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Mitteldeutschland Weiterer Verdacht auf West-Nil-Virus im Raum Leipzig
Region Mitteldeutschland Weiterer Verdacht auf West-Nil-Virus im Raum Leipzig
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17:06 24.10.2019
Eine Mücke saugt Blut aus dem Arm eines Mannes. Nach einem ersten Fall vor einigen Wochen im Raum Leipzig ist bei zwei weiteren Patienten in Deutschland eine West-Nil-Virus-Infektion nachgewiesen worden. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Berlin/Leipzig

Nach dem deutschlandweit ersten Fall einer West-Nil-Virus-Infektion in der Nähe von Leipzig sind auch in Berlin und Sachsen-Anhalt zwei Fälle nachgewiesen worden. Betroffen seien zwei im Spätsommer erkrankte Frauen in Berlin und Wittenberg, sagte Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Im Umkreis des ersten durch heimische Mücken Infizierten aus der Region Leipzig gebe es zudem weitere Verdachtsfälle, darunter auch bei jüngeren Patienten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Dresden handelt es sich um zwei unter 35 Jahre alte Patienten aus der Stadt und dem Landkreis Leipzig.

In Berlin wurde der Fall von West-Nil-Virus-Infektion bei einer Frau zwischen 40 und 50 Jahren Ende September durch einen Labortest beim BNITM bestätigt, heißt es im Wochenbericht des Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales. Die Patientin litt unter grippeähnlichen Symptomen und leichtem Hautausschlag. Sie habe sich zu dieser Zeit nur in Berlin aufgehalten. Deshalb gehen die Behörden davon aus, dass sie sich auch in der Hauptstadt infizierte. Möglich sei dabei unter anderem eine Übertragung durch Mücken.

Erstmals durch Mücken übertragen

Ende September hatten das BNITM und weitere Institute bekanntgegeben, dass erstmals eine durch Mücken in Deutschland übertragene West-Nil-Virus-Infektion beim Menschen nachgewiesen wurde. Mitte August war demnach ein 70-Jähriger aus dem Leipziger Umland an einer Gehirnentzündung erkrankt, bei dem daraufhin das Virus gefunden wurde.

Im Klinikum St. Georg in Leipzig ist der bundesweit erste Patient behandelt worden. (Archivbild) Quelle: Andre Kempner

Der Patient war nach einer Behandlung genesen. Zuvor war der Erreger bis auf den Fall eines Tierarztes in Bayern, der sich bei der Untersuchung eines Vogels ansteckte, nur in seltenen Fällen bei Reiserückkehrern nachgewiesen worden.

Die Vielzahl schwerer Krankheitsverläufe sei erschreckend, sagte Schmidt-Chanasit. „Das ist nur die Spitze des Eisbergs.“ Nur etwa ein Prozent der Infektionen führten zu solchen schweren neuroinvasiven Erkrankungen. Demnach sei von Hunderten weiteren Infektionen mit leichtem Verlauf auszugehen, die nicht diagnostiziert wurden. „Das West-Nil-Virus betrifft offenbar schon weit mehr Menschen in Deutschland als bisher angenommen.“

Das West-Nil-Virus

Das West-Nil-Virus hat sich rasch über fast alle Erdteile ausgebreitet. Erstmals wurde es 1937 in der Region West Nil in Uganda nachgewiesen, später in anderen Ländern Afrikas und Asiens. In den 1990er-Jahren schaffte es den Sprung über den Atlantik. Im Sommer 2002 erlebte die USA eine erste größere Epidemie mit über 4000 Erkrankten und 250 Todesfällen.

Virus zirkulierte in den Sommermonaten

In mehreren deutschen Regionen wurde der Erreger seit 2018 bereits bei zahlreichen Vögeln und Pferden nachgewiesen. Das ursprünglich aus Afrika stammende Virus wird von heimischen Stechmücken übertragen. In nördlichere Gefilde gelangte es durch Zugvögel und Stechmücken.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts zirkuliert das Virus offensichtlich in den Sommermonaten zumindest regional zwischen Mücken und Vögeln. Es sei damit zu rechnen, dass es sich in Deutschland weiter etabliere und es in den kommenden Jahren vor allem in überdurchschnittlich warmen und längeren Sommern zu weiteren Erkrankungsfällen auch bei Menschen kommen werde - nach Mückenstichen.

Das West-Nil-Virus unter dem Elektronenmikroskop. Nach einem ersten Fall vor einigen Wochen ist bei zwei weiteren Patienten in Deutschland eine West-Nil-Virus-Infektion nachgewiesen worden. Quelle: Cynthia Goldsmith/CENTERS FOR DISEASE CONTROL/EPA/dpa

Von Annett Stein und Ulrike von Leszczynski/dpa

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