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Mitteldeutschland Weitere Unister-Firmen vor Insolvenz-Eröffnung
Region Mitteldeutschland Weitere Unister-Firmen vor Insolvenz-Eröffnung
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16:25 29.09.2016
Für weitere Unister-Gesellschaften soll am Freitag das Insolvenzverfahren eröffnet werden. Quelle: dpa
Leipzig

Nach der Unister-Pleite in Leipzig soll am Freitag für sieben weitere Tochtergesellschaften das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet werden. Nach Informationen der Leipziger Volkszeitung aus Firmenkreisen betrifft dies unter anderem den Reiseveranstalter Urlaubstours, das Gutscheinportal U-Deals sowie weitere Gesellschaften mit insgesamt einigen hundert Mitarbeitern. Die Firmen befinden sich bereits seit Wochen im vorläufigen Insolvenzverfahren. Damit endet – wie bereits bei der insolventen Unister-Holding – für die Mitarbeiter auch die Zahlung des Insolvenzgeldes durch die Arbeitsagentur. Sie sollen nun ihren Lohn wieder vom Unternehmen erhalten. Zudem können Gläubiger damit nun ihre Forderungen anmelden. Über die Eröffnung des Verfahrens entscheidet das zuständige Amtsgericht Leipzig.

Am Mittwoch kamen rund 500 Unister-Mitarbeiter zu einer Belegschaftsversammlung ins Neue Rathaus und wurden im Detail über die anstehenden Kündigungen, den Stand der Insolvenzen und die Umstrukturierung des Unternehmens informiert. Die Veranstaltung dauerte rund zwei Stunden. Unister-Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther hatte bereits in der Vorwoche verkündet, dass 100 der zuletzt rund 1100 Unister-Jobs vor allem aus dem Reisebereich gestrichen werden (die LVZ berichtete exklusiv). Darunter fallen 50 festangestellte Mitarbeiter und 50 befristete Anstellungsverhältnisse sowie Probezeitkündigungen. Die Angestellten werden zum Monatsende am Freitag entlassen. Damit sind dann noch 740 Mitarbeiter an Bord. Zahlreiche Beschäftigte hatten das Unternehmen bereits zuvor auf eigenen Wunsch verlassen.

Gute Job-Chancen für Unister-Mitarbeiter

Die Agentur für Arbeit in Leipzig wird am Freitag bei Unister mit fünf Beratern die von Entlassungen Betroffenen direkt über die weiteren Schritte informieren. „Wir wollen, dass der Übergang in ein neues Arbeitsverhältnis so gut wie möglich gelingt“, erklärte Arbeitsagentursprecher Hermann Leistner gegenüber der LVZ. Kommende Woche Mittwoch und Donnerstag sollen die Mitarbeiter in persönlichen Gesprächen in der Arbeitsagentur über die Beantragung des Arbeitslosengeldes und die Stellenvermittlung beraten werden.

Die Voraussetzungen, sofort einen neuen Job zu finden, seien für die Unister-Mitarbeiter derzeit so gut wie seit Jahren nicht mehr. „Callcenter suchen in Leipzig händeringend Kundenberater. Aber auch im Personalbereich, in der Finanzbuchhaltung oder dem Bereich IT gibt es Bedarf“, so Leistner. Die Arbeitsmarktsituation bei der Entlassungswelle bei Quelle Leipzig 2009 sei deutlich schlechter gewesen, verglich Leistner. Insgesamt sind in der Messestadt derzeit über 6000 Stellen frei.

Weitere Entlassungen nicht ausgeschlossen

„Es ist insgesamt ein hoher Fachkräftebedarf da, deshalb bin ich recht zuversichtlich, dass eine schnelle Vermittlung gelingt“, so Leistner. Eine Garantie auf einen neuen Job gebe es aber nicht. „Man muss sich natürlich jeden Einzelfall genau anschauen“, so der Agentursprecher. Trotz der Entlassungswelle rechnen die Agentur-Experten damit, dass Leipzig noch in diesem Herbst die Schwelle von acht Prozent bei der Arbeitslosenquote unterschreitet.

Weitere Entlassungen bei Unister sind dem Arbeitsamt derzeit nicht bekannt, diese scheinen aber nicht ausgeschlossen. „Wir empfehlen jedem, dass er sich bei uns meldet, wenn er denkt, dass er von einer Entlassung betroffen sein könnte. Dann kann frühzeitig mit der Arbeitsvermittlung begonnen werden. Wir sind aber auch offen für alle, die sich umorientieren wollen“, so Arbeitsagentur-Sprecher Leistner.

Von Robert Nößler

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