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Mitteldeutschland Weitere Demonstrationen in Köthen – Lage ruhig
Region Mitteldeutschland Weitere Demonstrationen in Köthen – Lage ruhig
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21:11 10.09.2018
Eine Reiterstaffel der Polizei patrouilliert durch Köthen.
Eine Reiterstaffel der Polizei patrouilliert durch Köthen Quelle: dpa
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Leipzig/Köthen

In Köthen kommt es auch am Tag nach dem Tod eines 22-Jährigen zu Demonstrationen. Um 17 Uhr wurde mit einem Friedensgebet dem Toten gedacht. Neben dem Oberbürgermeister Bernd Hauschild (SPD), und dem Kreisoberpfarrer Lothar Scholz war auch der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), vor Ort, um seine Anteilnahme zu zeigen. Zuvor hatte der Landeschef die Köthener für ihre besonnene Reaktion am Sonntag gelobt. Das Friedensgebet verlief ohne besondere Vorkommnisse.

Für den frühen Abend hatte die rechtsextreme Thügida zu einer Demonstration auf den Holzmarkt in Köthen eingeladen. Verspätet begann die Veranstaltung mit dem Abspielen aller drei Strophen des Deutschlandlieds. 200 Personen sind nach Berichten der Mitteldeutschen Zeitung vor Ort. Die Polizei ist mit einem großen Aufgebot in Köthen vertreten.

Für 19 Uhr hatt die AfD zu einer weiteren Gedenkveranstaltung auf dem Markt aufgerufen. Als Vorsichtsmaßnahme haben alle Geschäfte und Restaurants im Umfeld geschlossen. Etwa 550 Personen, teilte die Polizei am Ende der Veranstaltung mit, fanden sich dazu ein, AfD-Rechtsaußen André Poggenburg. Nachdem am Ort des Todes ein Kranz niedergelegt wurde, erklärten die Veranstalter den Trauermarsch für beendet.

Streit mit tödlichem Ende

Nach einem Streit mit tödlichem Ende im sachsen-anhaltischen Köthen ist zu den Hintergründen weiter wenig bekannt. Ein 22-Jähriger starb an Herzversagen, zwei Männer aus Afghanistan wurden verhaftet - mehr sagten die Ermittler am Montag zum Geschehen nicht und baten um Geduld.

Am Sonntagabend waren bei einer Spontandemonstration in der Stadt rund 2500 Menschen zusammengekommen. Unter den Demonstranten waren nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden zwischen 400 und 500 Rechtsextreme aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen, wie Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) sagte.

joka/wim/mit dpa