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Mitteldeutschland Weihnachtsfeiern gegen die Einsamkeit: In Dresden muss niemand allein sein
Region Mitteldeutschland Weihnachtsfeiern gegen die Einsamkeit: In Dresden muss niemand allein sein
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10:25 21.12.2019
Für Einsame gibt es in Sachsen viele Feiern zu Weihnachten. (Symbolbild) Quelle: Jörg Carstensen/dpa
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Dresden

Weihnachten feiern fast wie daheim: In den größeren Städten in Sachsen muss Heiligabend niemand allein bleiben. Dort können Singles und Bedürftige bei Veranstaltungen gemeinsam Weihnachten feiern. So laden unter anderem die Diakonie-Stadtmission Dresden und das Ökumenische Informationszentrum am Nachmittag des 24. Dezember zu einer Feier in die Dreikönigskirche. Dort können die Besucher bis zum Abend beisammen sein, gemeinsam feiern und essen sowie – wer mag – den Gottesdienst besuchen, wie es heißt.

Auf einem Salonschiff in Dresden

Die Heilsarmee in Dresdenfeiert mit Alleinstehenden und Bedürftigen auf einem Salonschiff der Sächsischen Dampfschiffahrt auf der Elbe. „Das ist jetzt das 24. Mal. Für mich ist das immer der Höhepunkt des Jahres“, sagte Kapitänin Rosi Scharf. Das gecharterte Schiff und das Essen werden gesponsert. Etwa 150 Gäste haben Platz, Anmeldungen sind noch möglich. Die Feier beginnt 16 Uhr mit einem Gottesdienst. Ab 18 Uhr wird gegessen. Es gibt ein kleines Programm. Gegen 21.00 Uhr oder 21.30 Uhr ist Schluss.

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„Pavillon der Hoffnung“ in Leipzig

Die vermutlich größte Weihnachtsfeiern in der Stadt Leipzigsteigt Heiligabend im „Pavillon der Hoffnung“, einem ehemaligen Ausstellungsgebäude auf dem Geländer der Alten Messe. Zu den „Weihnachten fürs Volk“, wie die Veranstaltung genannt wird, kommen jährlich etwa 500 bis 600 Menschen. „Viele von ihnen würden allein zu Hause vor dem Fernsehgerät sitzen“, sagte Pfarrer Thomas Piehler von der Andreasgemeinde, die das Fest ausrichtet. „Zu dem Fest kommen nicht nur Christen, sondern auch viele Menschen, die sonst eher nicht in die Kirche gehen.“ In den vergangenen Jahren seien auch immer mehr ganze Familien dabei gewesen. Diese feierten den Heiligen Abend nicht mehr zu Hause.

„Wir machen das jetzt seit 20 Jahren. Mit 30 bis 40 Gästen hat es 1998 angefangen. Jetzt ist es ein richtiges Event geworden“, sagte Piehler. Nach dem Gottesdienst mit Krippenspiel am Nachmittag beginnt das große Umräumen. Das Festessen wird angeliefert. Rund 160 Helfer sorgen für den reibungslosen Ablauf. „Auch die gehören nicht alle zur Gemeinde“, sagte Piehler. Gegen 19.30 Uhr geht es los. Ein Programm wird geboten. Dann der Höhepunkt: die Geschenke. Für die etwa 30 bis 50 Kinder gibt es ein eigenes Programm und eigene Geschenke- kostenfrei.

In der Bahnhofsmission in Chemnitz

In Chemnitzhat die Bahnhofsmission Heiligabend von 11.00 Uhr an bis 17.00 Uhr geöffnet. „Im Anschluss gibt es in der Bahnhofshalle eine Andacht. Eingeladen sind alle Menschen, die einsam, allein und in Notlagen sind“, sagte Alfred Mucha von der Wohnungsnotfallhilfe der Stadtmission. Danach bleibt die Bahnhofsmission bis Neujahr zu. Es gebe jedoch noch den Tagestreff „Haltestelle“, der jeden Tag bis zum Nachmittag geöffnet sei. „Willkommen sind alle Menschen die in Wohnungsnot sind, auf der Straße oder in schwierigen Verhältnissen leben.“ Am ersten Weihnachtstag lade der Tagestreff zu einem Mittagessen ein, das von der Initiative „Obdach Chemnitz“ organisiert werde. „Es gibt Gulasch mit Knödeln.“

Zudem bietet die „Volkssolidarität“ in mehreren Stadtteilen Heiligabend einen gemeinsamen Mittagstisch, Kaffeerunden, Weihnachtliedersingen und ein Weihnachtsprogramm.

Von RND/dpa

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