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Mitteldeutschland Wegen bewaffneten Rechtsextremen in Wurzen: Abgeordnete fordern Aufklärung im Landtag
Region Mitteldeutschland Wegen bewaffneten Rechtsextremen in Wurzen: Abgeordnete fordern Aufklärung im Landtag
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16:27 23.01.2018
Diese Männer sollen Journalisten bedroht haben.   Quelle: Sören Kohlhuber
Dresden/Wurzen

 Die Landtagsabgeordneten Juliane Nagel (Linke) und Valentin Lippmann (Grüne) fordern von Sachsens Staatsregierung Aufklärung zu Vorgängen rund um eine Demonstration gegen rechte Gewalt in Wurzen (Landkreis Leipzig) am vergangenen Sonnabend. Beide Politiker stellten Kleine Anfragen zu einem „versuchten Angriff von vermummten Neonazis“ (Nagel) und „bewaffneten Neonazis in Wurzen“ (Lippmann).

Die Gruppe Vermummter hatte sich auf einem Grundstück in der Innenstadt versammelt und war laut Polizei mit Baseballschlägern und Teleskopschlagstöcken bewaffnet. Fotos im Internet dokumentieren Drohgebärden in Richtung von Journalisten. Wie Presse-Fotograf Sören Kohlhuber gegenüber LVZ.de erklärte, hätten die Männer nach dem Ablichten Gesten in Richtung der Gruppe von Reportern gemacht: „Eine Person mit blauer Jacke und Messer nahm es an seinen Hals und machte zu mir eine Halsabschneide-Gestik“, so Kohlhuber

Nagel will unter anderem wissen, welche Gefahren-Prognose für die Demonstration vorgelegen habe. Konkret interessiert sie sich für das Gebäude in der Bahnhofstraße 21, welches einem bekannten Neonazi gehöre, so die Politikerin. Zudem fordert sie Aufklärung über die Ermittlungen der Polizei und die Zahl der eingesetzten Beamten während der Demonstration. Lippmann will neben weiteren Punkten wissen, wann „eine machetenähnliche Bewaffnung“ bei den Vermummten festgestellt wurde. Diese Gruppe wurde später von den Beamten kontrolliert.

Die Polizeidirektion Leipzig teilte am Dienstag auf Anfrage mit, sie habe keine Erkenntnisse zur Bedrohung von Journalisten. Während des Einsatzes sei die Polizei diesbezüglich nicht angesprochen worden, und es lägen auch keine Anzeigen dazu vor.

Insgesamt seien im Umfeld der Kundgebung die Identitäten von rund 30 Menschen festgestellt worden. „Darunter befanden sich einige, die der rechten Szene zuzuordnen sind.“ Es sei ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet worden, das derzeit noch gegen Unbekannt geführt werde.

Von mro

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