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Mitteldeutschland Viele Studenten zieht es in den Osten, aber nur wenige bleiben
Region Mitteldeutschland Viele Studenten zieht es in den Osten, aber nur wenige bleiben
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18:32 27.03.2019
Blick in das Audimax der Technischen Universität Ilmenau. (Archivfoto) Quelle: dpa
Leipzig

Die Hochschulen in Sachsen und Sachsen-Anhalt sind bei Absolventen aus anderen Regionen weiterhin sehr beliebt. In beiden Bundesländer beginnen deutlich mehr junge Menschen ihr Studium, als es einheimische Studienanfänger gibt. Allerdings kann nur Sachsen einen größeren Teil der klugen Köpfe letztlich auch für die eigene Wirtschaft halten. In Sachsen-Anhalt, aber auch in Thüringen verlässt jeder zweite Student das Land spätestens nach Ende der Ausbildung wieder in Richtung Westdeutschland.

Gewonnen hat diese Erkenntnisse eine Kölner Personalvermittlung mit Spezialisierung auf Hochschulabsolventen. Seit 2012 lässt die Studitemps GmbH regelmäßig Befragungen unter 20.000 Studenten, Exmatrikulierten und Schüler durchführen – unter anderem, um deren Wanderungsabsichten zu ergründen. Mit dem Ergebnis: Direkt nach der Schule zieht es viele junge Menschen in Richtung der Unis in Bremen (+37,2 % Wanderungsgewinn), Hamburg (+28,8 %) und Berlin (+15,9 %). Bei den Flächenländern erlebt Sachsen-Anhalt mit 31 Prozent vorübergehend aber ebenfalls sehr große Gewinne. Das heißt: Auf jeden dritten heimischen Studierenden kommt in Magdeburg, Halle oder Dessau theoretisch einer aus anderen Regionen. In Sachsen stoßen 25 Prozent hinzu, in Thüringen halten sich Abwandernde und Ankommende die Waage. Ganz am Ende der Liste: das Saarland. Dort sucht jeder dritte kluge Kopf bereits nach dem Abitur das Weite.

Zum Ende des Studiums kehrt sich die positive Entwicklung in Sachsen-Anhalt dann merklich wieder um. 64 Prozent aller Uni-Absolventen verlassen das Land – nirgends sonst ist der Anteil so hoch. Dicht dahinter folgt Thüringen mit einem Verlust von 49 Prozent der Studierten an andere Bundesländer. In Sachsen zieht jeder vierte Absolvent weg. Angesichts der Gewinne vor Beginn des Studiums hält sich der Verlust für die hiesige Wirtschaft insgesamt aber in Grenzen.

Bleibt die Frage: Wohin gehen die im Osten gut ausgebildeten Hochschulabsolventen danach eigentlich? Zum Beispiel in die wirtschaftlich stärkeren Gebiete nach Bayern, Baden-Württemberg und Berlin. In erster Linie zieht es sie aber offenbar nach Hamburg. In der Hansestadt kommen derzeit auf 100 Hochschulabsolventen aus den eigenen Unis noch 160 weitere aus anderen Bundesländern hinzu, die dort ebenfalls auf Jobsuche gehen oder bereits eine Anstellung gefunden haben.

Von Matthias Puppe

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