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Mitteldeutschland Verunreinigtes Öl: Steigen die Spritpreise im Osten weiter?
Region Mitteldeutschland Verunreinigtes Öl: Steigen die Spritpreise im Osten weiter?
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12:47 24.05.2019
Ein Fahrzeug wird betankt. Wegen der schwierigen Versorgung mit russischem Öl könnten die Preise für Benzin und Diesel weiter steigen. Quelle: dpa
Leuna

Die Preise für Kraftstoffe könnten in Mitteldeutschland weiter steigen, verlässliche Aussagen dazu gibt es aber nicht. Der Liter Super E10 kostet derzeit im Schnitt 1,50 Euro in Leipzig, für den Liter Diesel zahlen Kunden rund 1.30 Euro. Die gute Nachricht für Autofahrer: Versorgungsengpässe drohen nicht.

Ab Juni könnte wieder russisches Öl über die Pipeline Druschba (Freundschaft) nach Deutschland fließen. Bei einem Treffen in Warschau sollen sich die Betreiber am Donnerstag zuversichtlich geäußert haben. Wegen Verschmutzungen ist die Versorgung über diese Leitung seit etwa vier Wochen unterbrochen. Der Öltransport sei zum 9. Juni wieder möglich, sofern die Reklamationen deutscher und polnischer Raffinerien bestätigt werden, teilte der polnische Pipelinebetreiber PERN mit.

Russland habe demnach zugesagt, das verschmutzte Öl zuvor zu reinigen. Am 3. Juni wolle man sich zu einer erneuten Gesprächsrunde in Moskau treffen. Knackpunkt sind offenbar die Schadensersatzansprüche an Russland.

Über die Pipeline fließt rund ein Drittel der deutschen Ölimporte. Polen hatte die Pipeline Ende April geschlossen. Das Rohöl enthalte zu viele Chloride, die in den Raffinerien Schaden anrichten, hieß es. Chloride werden bei der Förderung benötigt, danach aber entfernt.

Die ostdeutschen Raffinerien in Schwedt und Leuna laufen nach Einschätzung des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), der die politischen und wirtschaftlichen Interessen der Mineralölindustrie in Deutschland vertritt, eingeschränkt, zu Lieferschwierigkeiten führe das aber nicht. Man versorge die Anlagen in Leuna auf alternativen Wegen mit sauberen Öl aus Russland, sagte ein Sprecher des Total-Konzerns. Total betreibt die Raffinerie in Leuna. So werde Rohöl per Schiff nach Gdansk (Danzig) in Polen gebracht und von dort per Pipeline nach Leuna gepumpt. Ähnlich sei es in Schwedt. Zudem nutze man Vorräte. Leuna verfüge über gewaltige Tanks.

Lieferschwierigkeiten gebe es keine, versicherte auch der Total-Sprecher. Kraftstoffe würden per Waggon aus westlichen Raffinerien in die Tanklager im Osten gebracht. Die Leuna-Raffinerie versorgt rund 1300 Tankstellen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und darüber hinaus. Beliefert werden nicht nur Stationen von Total selbst, sondern auch alle anderen Ketten.

Innerhalb Deutschlands ließen sich Lieferengpässe gut überbrücken, bestätigte ein MWV-Sprecher. Das habe sich zuletzt Ende vergangenen Jahres gezeigt, als der Rhein Niedrigwasser führte und die Tanklager in vielen Teilen Westdeutschlands nicht mehr per Schiff versorgt werden konnten. Da seien die Raffinerien im Osten eingesprungen. Jetzt werde umgekehrt geholfen. Ob das zu steigenden Spritpreisen führen wird? Entlang des Rheins hatte sich der höhere Logistikaufwand im letzten Jahr auch in gestiegenen Preisen an den Zapfsäulen niedergeschlagen. Bei Total und dem MWV wollte man das nicht kommentieren. Die aktuell höheren Preise an den Zapfsäulen hingen mit den seit Jahresbeginn gestiegenen Rohölpreisen zusammen, hieß es. Deutschland könne sich von dieser weltweiten Entwicklung nicht abkoppeln.

Von Andreas Dunte

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