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Mitteldeutschland Vereine halten Neonazi-Festival in Ostsachsen nicht für Zufall
Region Mitteldeutschland Vereine halten Neonazi-Festival in Ostsachsen nicht für Zufall
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17:58 12.04.2018
2017 fand das Festival im thüringischen Themar statt. Quelle: Archiv
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Ostritz

Die Ausrichtung des Neonazi-Festivals „Schild und Schwert“ in Ostritz ist nach Ansicht von Initiativen gegen Rechts kein Zufall. Vielmehr sei die Wahl des Standortes Folge einer „langjährigen Kontinuität organisierter neonazistischer Strukturen und Zusammenhänge in Ostsachsen“, teilten die Vereine „Augen auf“ und „Kulturbüro Sachsen“ am Donnerstag mit: „Die Region kann auf eine lange rechtsextreme Geschichte zurückblicken, die sich an unterschiedliche Punkten festmachen lässt.“

Zum einen würden in den Landkreisen Bautzen und Görlitz langjährig gewachsene Neonazi-Organisationen existieren, schrieben die Vereine und nannten als Beispiel den „Nationalen Jugendblock“ in Zittau und die Organisation „Schlesische Jungs“, die es bereits seit 25 beziehungsweise 20 Jahren gebe. Außerdem könnten Neonazis im Landkreis Görlitz zahlreiche Objekte regelmäßig für ihre Zusammenkünfte nutzen, in ganz Sachsen seien es 60. Ein Großteil der Neonazi-Konzerte habe 2017 im Görlitzer Raum stattgefunden.

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Zu dem Festival auf einem Privatgrundstück werden vom 20. bis 22. April etwa 800 Rechtsextreme erwartet. Es wurden bereits mehrere Gegendemonstrationen angekündigt. Auch 40 Bürgermeister aus der Oberlausitz positionierten sich mit einer Erklärung dagegen.

dpa