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Mitteldeutschland „Ungewöhnlich für April“ - Weiterhin hohe Waldbrandgefahr in Sachsen
Region Mitteldeutschland „Ungewöhnlich für April“ - Weiterhin hohe Waldbrandgefahr in Sachsen
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16:42 24.04.2019
Quelle: dpa
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Dresden

In Sachsen bleibt die Waldbrandgefahr weiterhin hoch. „Die Häufung von hohen Waldbrandgefahrenstufen, wie wir sie im Moment in großen Teilen Sachsens haben, ist schon außergewöhnlich für April“, sagte Falk Böttcher, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Leipzig, am Mittwoch der dpa. Eine leichte Entspannung gebe es zum Wochenende, dann würden zumindest vereinzelt Niederschläge erwartet.

In den nördlichen Teilen der Kreise Nordsachsen, Meißen, Bautzen und Görlitz wurde in der Nacht zum Mittwoch die höchste Gefahrenstufe von 5 auf 4 gesenkt. Im Rest von Sachsen herrschte am Mittwoch mittlere Waldbrandgefahr, im Erzgebirge, in Teilen des Vogtlandes und im südlichen Kreis von Görlitz wurde die Gefahr von Waldbränden als eher gering eingestuft.

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Laut Prognose spitzt sich die Situation am Donnerstag wieder zu. Im Norden und Osten steigt das Waldbrandrisiko teilweise wieder auf die höchste Warnstufe, verbreitet herrscht dann eine hohe bis mittlere Gefahr von Waldbränden. Die problematische Situation hänge vor allem mit der langen niederschlagsarmen Zeit zusammen, so Böttcher. Hinzu komme viel Sonne, eine hohe Verdunstung sowie ein „lebhafter Ostwind“, der die Böden zusätzlich austrockne. Der Wald, ohnehin durch Borkenkäfer und den trockenen Sommer 2018 geschädigt, werde nun zusätzlich gestresst, hieß es.

Während der Osterfeiertage gab es mehrere Waldbrände in Sachsen, unter anderem in der Dübener Heide und im Meißner Stadtwald. Am Dienstagabend brannte in Niederau bei Meißen der Wald auf einer Fläche von vier Hektar. Bis in die Nacht hinein waren die Helfer wegen immer wieder aufflammender Glutnester im Einsatz.

Die anhaltende Trockenheit bereitet auch Sachsens Landwirten Sorgen. Normalerweise steht laut Landesbauernverband bei den meisten Viehbetrieben im Mai der erste Grünschnitt für das Futter an. Viele würden die Ernte allerdings vorziehen, um überhaupt „etwas sicher zu haben“, so der Verbandsreferent für Pflanzenbau, Andreas Jahnel. Bleibt das Grünfutter länger stehen, droht es zu verbrennen. Die Felder seien sehr trocken, selbst im Gebirge gebe es Probleme mit der Bodenfeuchte. In manchen Regionen, etwa rund um Leipzig, sehe es „richtig schlimm“ auf den Feldern aus, so Jahnel.

Der fehlende Regen macht auch Probleme beim Ausbringen der Sommersaat. „Wir starten mit ungünstigen Bedingungen ins neue Anbaujahr.“ Die Wasservorräte in den Böden seien schlechter als im Frühjahr 2018. Es gebe nicht genug Feuchtigkeit, damit die Pflanzen Wurzeln bilden und wachsen könnten.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) geht davon aus, dass bei anhaltender Trockenheit ein weiterer Dürresommer die östlichen Bundesländer besonders stark treffen könnte. Vor allem in Sachsen-Anhalt und Thüringen sei die Bodenfeuchte so niedrig wie im Juli 2018. Selbst wenn es noch viel regnen sollte, bleibt sie den Schätzungen zufolge bis in den Sommer hinein unter dem vieljährigen Mittelwert. Bis einschließlich Ostern fielen in Sachsen im Schnitt gerade einmal 2,1 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Das langjährige Mittel liegt laut DWD bei 58,4 Liter pro Quadratmeter.

Die Talsperren in Sachsen sind trotz der derzeitigen Trockenheit aber gut mit Trinkwasser gefüllt. „Mit den ab Dezember 2018 gefallenen Niederschlägen und den Wasservorräten aus der ‎Schneedecke konnten die Talsperren nach der großen Trockenheit wieder eingestaut werden‎“, sagte eine Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung. So seien die großen Talsperren im Mittleren Erzgebirge und im Osterzgebirge wie etwa Saidenbach, Einsiedel und Klingenberg-Lehnmühle zu 99 Prozent gefüllt.

dpa