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Mitteldeutschland US-Außenminister Pompeo in Leipzig: „Geburtsplatz der deutschen Freiheit“
Region Mitteldeutschland US-Außenminister Pompeo in Leipzig: „Geburtsplatz der deutschen Freiheit“
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22:29 07.11.2019
Bundesaußenminister Heiko Maas (rechts) und Mike Pompeo, Außenminister der USA, bei der Pressekonferenz im Alten Rathaus in Leipzig. Quelle: Sebastian Willnow/dpa
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Leipzig

Höchste Sicherheitsstufe am Donnerstagnachmittag in der Leipziger Innenstadt – abgesperrte Straßenzüge, Taschenkontrollen und erhebliche Polizeipräsenz. US-Außenminister Mike Pompeo hat im Rahmen seines ersten Besuchs in Deutschland auch in der Messestadt Station gemacht. Der 55-jährige Republikaner führte im Alten Rathaus Gespräche mit seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas (SPD), wollte im Anschluss in der Nikolaikirche und im Zeitgeschichtlichen Forum mit ehemaligen Bürgerrechtlern ins Gespräch kommen.

Ein Großteil des Besuchs fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, lediglich eine Pressekonferenz sollte Möglichkeit zur Anteilnahme geben. Bei dieser weht ein Hauch von US-Medienwelt durch den großen Saal im Alten Rathaus. Ein Dutzend Journalisten ist mit Pompeo über den Atlantik gekommen, findet sich – flankiert von der Leipziger Historie an den berahmten Wänden – am Donnerstag im Alten Rathaus ein. Statt Oval Office gibt es hier für jene Hieronymus Lotter zu bestaunen, Flaggen werden immer wieder gerichtet, Lichter postiert, eine extra installierte Übersetzerkabine erinnert die hiesigen Medienteams daran: Heute heißt es broadcasting und nicht senden.

Die Stippvisite in Bildern

Anreise aus „Little Berlin

Um 15.30 Uhr ist er da, der US-Gast. Er reist aus Richtung Mödlareuth (Bayern) an, einem ehemaligen Grenzdorf, das ob langen Teilung auch „Little Berlin“ genannt wird. Heiko Maas hat den früheren US-Grenzsoldaten Pompeo dort an einem Rest der Mauer empfangen, ist mit ihm im Todesstreifen entlang spaziert. Davor gab es Besuche bei stationierten US-Truppen und natürlich ein bisschen Weltpolitik to go: Auf dem Weg nach Leipzig twittert Pompeo noch eine Warnung ins Netz, der Iran werde zeitnah über Atomwaffen verfügen.

Angekommen in Leipzig geht es im Tross direkt in ein stilles Hinterzimmer im Alten Rathaus – Maas und Pompeo reden abgeschirmt vor neugierigen Blicken etwa eine Stunde lang vor allem über Sicherheitsfragen, über die Rolle der Nato, über Deutschlands Engagement in der Ukraine, im Jemen, in Libyen, auch über das gemeinsame Vorgehen in Afghanistan.

Leipzig steht für Mut

Dann treten beide Außenminister unter den strengen Portrait-Blicken der früheren Leipziger Bürgermeister vor die Journalisten. Nur ein paar wenige Fragen sind erlaubt, das Protokoll ist streng durchgeplant. Heiko Maas versucht den politischen Bogen in die Messestadt zu schlagen, spricht von Leipzig als jenem Ort, „der seit den Wendetagen 1989 für den Mut der Demonstranten steht, für Veränderungen, für den ’Wind of Change’ und dafür, für die Freiheit zu kämpfen. Daraus ist letztlich unsere Wiedervereinigung in Freiheit und Würde erwachsen.“

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Später wird sich auch Mike Pompeo diesem Bild anschließen. „Leipzig ist ein besonderer Ort, ein bedeutender historischer Ort, an dem soviel passiert ist. Hier haben die Bürger für ihre Rechte eingestanden. Ich freue mich auf den Besuch in der Kirche St. Nikolai, dem Geburtsplatz der deutschen Freiheit“, so der US-Außenminister fast regungslos. Auf die Frage, wie er dazu steht, dass Bürgerrechtler Uwe Schwabe die US-Einladung zum Gespräch aus Gewissensgründen abgelehnt hat, antwortet Pompeo nicht. Der oberste Diplomat der USA lächelt einfach, dann macht er sich mit Heiko Maas wieder auf den Weg.

Anstatt mit Schwabe spricht Pampeo anschließend in der Nikolaikirche mit den Zeitzeugen Gesine Oltmanns, Regina Schild, Reinhard Bohse und Stephan Bickhardt. Auch ein kurzer Abstecher ins Zeitgeschichtliche Forum war geplant – alles hinter verschlossenen Türen. Dann reist die mehr als 40 Autos umfassende Wagenkolonne der Außenminister weiter nach Halle, um an den Orten des rechtsextremen Terroranschlags mit Überlebenden zu sprechen. Am Abend wird der US-Außenminister von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin erwartet.

Von Matthias Puppe

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