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Region Mitteldeutschland

Tschechien: Regierung soll Deutschland um Hilfe bitten

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16:45 01.02.2021
Medizinisches Personal ruht sich an einer Teststation aus. (Archivbild)
Medizinisches Personal ruht sich an einer Teststation aus. (Archivbild) Quelle: Petr David Josek
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Karlovy Vary

Immer mehr Menschen in Tschechien fordern ihre Regierung auf, Deutschland um Hilfe bei der Behandlung von Corona-Intensivpatienten zu ersuchen. Eine Online-Petition mit dem Titel „Öffnet die Grenzen für Rettungswagen“ hatten bis Montag bereits mehr als 2700 Menschen unterzeichnet. Frustriert äußerte sich der Präsident der Karlsbader Region im Westen des Landes, Petr Kulhanek. Er habe an das Kabinett in Prag appelliert, über Verlegungsmöglichkeiten nach Sachsen oder Bayern zu verhandeln. „Und nichts“, schrieb der konservative Politiker bei Twitter.

In der Verwaltungsregion um Karlsbad (Karlovy Vary) war kein einziges Intensivbett für Corona-Patienten mehr frei. In der benachbarten Region Pilsen (Plzen) gab es noch ein einziges freies Intensivbett. Besonders dramatisch entwickelt sich die Lage im Stadtkrankenhaus von Eger (Cheb). Täglich werden von dort Patienten mit Krankenwagen oder Armeehubschraubern in weit entfernte Kliniken innerhalb Tschechiens verlegt - teilweise über Hunderte Kilometer. Dabei ist die Grenzstadt auf drei Seiten von Deutschland umgeben.

Gesundheitsminister Jan Blatny ist der Ansicht, dass ausländische Hilfe nicht erforderlich ist, solange in anderen Landesteilen Kapazitäten verfügbar sind. Kritiker merken an, dass der Nordwesten des Landes seit Jahren medizinisch unterversorgt sei. In der Karlsbader Region gibt es kein einziges Universitätskrankenhaus. Die Behörden meldeten am Montag landesweit 2540 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als 987.000 nachgewiesene Infektionen und 16.392 Todesfälle.

Von dpa