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Mitteldeutschland Weihnachtsbäume werden in diesem Jahr nicht teurer
Region Mitteldeutschland Weihnachtsbäume werden in diesem Jahr nicht teurer
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18:26 08.10.2019
Das Angebot an Weihnachtsbäumen bleibt trotz der Dürrejahre noch stabil. Allerdings kämpfen die Plantagenbetreiber besonders im Osten und Norden mit dem hohen Ausfall an vertrockneten Neuanpflanzungen. Quelle: dpa
Leipzig

Gut drei Monate vor Weihnachten gibt es eine gute Nachricht für alle Festtagsromantiker: Trotz der außergewöhnlichen Trockenheit in diesem Jahr und im Vorjahr drohen keine Engpässe bei Weihnachtsbäumen. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) gibt Entwarnung: Der Markt kann ausreichend beliefert werden. Und auch der Staatsbetrieb Sachsenforst geht davon aus, dass es 2019 ähnlich viele Weihnachtsbäume gibt wie zuletzt.

Nordmanntanne kostet zwischen 13 und 50 Euro

Selbst beim Bezahlen droht allgemein wohl kein böses Erwachen: Die Preise für Nordmanntanne, Blaufichte, Kiefer und Co. sollen weitgehend konstant bleiben. Obwohl die Weihnachtsbaumplantagen sehr unter der Trockenheit gelitten haben, wird nicht mit Preissteigerungen zumindest für die kommende Weihnachtssaison gerechnet, heißt es beim SDW. Im letzten Jahr kostete jeder Meter der sehr beliebten Nordmanntanne im Durchschnitt zwischen 18 und 24 Euro.

Auch Gärtnerin Adina Meier vom Gartencenter Meier mit Standorten in Leipzig, Bad Düben und Gräfenhainichen bestätigt: „Eine spürbare Preisanhebung sehen wir auf dem Großmarkt nicht. Allenfalls gibt es vereinzelt eine Anhebung um geringe Cent-Beträge.“ Der Einstiegspreis für die Nordmanntanne wird im Gartenfachhandel wohl wieder bei 12,99 Euro für die kleine Nordmanntanne liegen. „Einen ordentlichen Baum bekommt man sicher so um die 15, 16 Euro“, sagt Meier. Nach oben gibt es dann kaum Grenzen: Eine Nordmanntanne in erster Qualität kann auch bis zu 50 Euro kosten.

Engpässe könnten ab 2025 kommen

Allerdings bleiben die beiden Dürrejahre nicht ganz folgenlos: In etwa sechs bis acht Jahren könnte es erstmals Engpässe geben. Dann werden die Ausfälle durch die Trockenheit der Neuanpflanzungen spürbar – in der Regel kommen Weihnachtsbäume erst nach acht bis etwa zwölf Jahren Wachstums in den Handel.

Die Dürreschäden sind regional verschieden – die größten Verluste werden aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und den gesamten Ostländern gemeldet. Doch insgesamt drohen erhebliche Ausfälle.

Totalausfälle von 100 Prozent bei Neuanpflanzungen

„Die Neuansaaten der letzten beiden Jahre sind zu großen Teilen vertrocknet“, sagt Sabine Krömer-Butz von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Bei den Neuanpflanzungen der drei bis vierjährigen Bäumchen gab es bereits im letzten Jahr stellenweise Totalausfälle von 100 Prozent – vor allem auf den ost- und norddeutschen Flächen.

Der SDW warnt vor den Folgen: Wenn es nicht gelingt, den Verlust durch Neuanpflanzungen auszugleichen, drohen in ein paar Jahren Engpässe. Und: Die Prognose gilt nur, falls jetzt „normale“ Jahre mit ausreichendem Niederschlag folgen. Bleibt es dagegen weiter so trocken, wird es schon eher knapp im Weihnachtsbaum-Angebot.

Trockenschäden: Die Farbe der Nadelbäume wird heller

O Tannebaum, wie grün sind deine Blätter? Die Frage scheint berechtigt: Denn der Wassermangel hat auch Folgen bei Bäumen, die nicht vertrocknet sind. Das satte Grün der Nadelbäume droht zu verblassen. „Die Trockenheit führt zu helleren Farben der Bäume. Sie werfen die älteren, inneren Nadeln ab, um die Verdunstung zu verringern“, beschreibt Expertin Krömer-Butz die sogenannte Nadelinnenschütte.

Auch beim Sachsenforst registriert man erhebliche Schäden. Allein im Vorjahr waren von den im Frühjahr frisch gepflanzten Bäumen bis zu 50 Prozent vertrocknet, sagte Sachsenforst-Sprecher Renke Coordes zuletzt der Sächsischen Zeitung. Nur die älteren Weihnachtsbäume hätten die Dürre besser überstanden. Jedes Jahr verkauft Sachsenforst zwischen 25 000 und 30 000 Weihnachtsbäume.

Helfen mehr Importe aus Dänemark?

Können Importe den absehbaren Mangel in ein paar Jahren ausgleichen? SDW-Sprecherin Krömer-Butz bleibt skeptisch. So hätte beispielsweise der Weihnachtsbaum-Exportweltmeister Dänemark gerade mit eigenen Problemen zu kämpfen: „Eine Kompensation durch Importe aus Dänemark ist im Moment unwahrscheinlich. Dort tritt seit 2014 eine Baumkahlung (innere Nadeln) oder Gelbfärbung der Nadeln auf.“

Das Phänomen führen Experten auf Magnesiummangel zurück. Da auch entsprechende Düngung nicht den gewünschten Effekt brachte, gehen Wissenschaftler der Uni Kopenhagen inzwischen davon aus, dass einige Bäume genetisch bedingt für das Schadbild anfälliger sind und auch ihre Fähigkeit Magnesium zu verwerten geringer ist.

Von Olaf Majer

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