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Mitteldeutschland Tolkien stand Pate: „Ringe der Macht“ und ihre Geheimnisse
Region Mitteldeutschland Tolkien stand Pate: „Ringe der Macht“ und ihre Geheimnisse
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17:01 06.11.2019
Der „Inschriftenring von Paußnitz“ aus Sachsen ist Mittelpunkt der Sonderausstellung „Ringe der Macht“ im Landesmuseum Halle. Quelle: Foto: Soeren Stache/dpa
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HALLE

„Ringe der Macht“ stehen im Mittelpunkt einer Sonderausstellung, die vom 15. November bis zum 1. Juni kommenden Jahres im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu sehen sein wird. „Anhand von archäologischen Fundstücken wollen wir die Faszination von Ringen zeigen, die von der Jungsteinzeit bis zur Gegenwart reicht“, sagt Sachsen-Anhalts Landesarchäologe Harald Meller.

Erfolgsroman liefert Inspiration

Eine wesentliche Inspiration für die Ausstellung lieferte den Gestaltern Tolkiens verfilmter Erfolgsroman „Herr der Ringe“, ergänzt Susanne Kimmig-Völkner. Und auch Richard WagnersRing des Nibelungen“ stand Pate bei der Zusammenstellung, so die Kuratorin. Ringe gehörten seit der Antike zu den beliebtesten Schmuckstücken der Oberschicht. Siegelringe waren Macht- und Würdezeichen. Daneben fungierten sie bereits auch als Zeichen der Liebe und Treue. Insgesamt sollen rund 250 ausgewählte Objekte Auskunft darüber geben, wie Menschen seit Jahrtausenden an die Kraft von Ringen und Armreifen und an deren Magie glauben.

Ein goldener Armreif für ein Kind ist Bestandteil der Sonderschau am halleschen Rosa-Luxemburg-Platz. Quelle: Soeren Stache/dpa

30 Leihgaben kommen aus Deutschland, Dänemark, England, Frankreich, Ungarn, der Schweiz und Tschechien. Die ältesten Exponate der Ausstellung sind rund 25 000 Jahre alte Fragmente von Armreifen aus Mammutelfenbein, gefunden in einer Höhle in der Nähe von Trier. Die Bedeutung eines Armrings – 41,6 Gramm schwer und aus purem Gold – aus einem germanischen Grab bei Großörner (Landkreis Mansfeld-Südharz) aus dem 5. Jahrhundert „übersetzt“ die Kuratorin: „Er gehörte nach Größe und Form einem Kind und belegt den Machtanspruch eines jungen Herrschers.“

Geheimnisvolle Zeichen entschlüsselt

Der Museums-Stammbesuchern bereits bekannte „Ring von Paußnitz“ aus dem frühen 13. Jahrhundert wird in einer aufwendigen Installation zu sehen sein. Der 5,1 Gramm schwere Silberring wurde vor 121 Jahren im sächsischen Paußnitz von einem Gutsbesitzer in einem kleinen Keramikgefäß zusammen mit rund 500 Silbermünzen entdeckt. Einsortiert als Münzfund lagerte die Kostbarkeit lange Zeit unbeachtet im Depot des Landesamtes in Halle. Erst 2004 wurden die geheimnisvollen Zeichen entschlüsselt. Dechiffriert handelt es sich um ein seltenes Schriftzeugnis der mittelhochdeutschen Sprache, das wie folgt zu lesen ist: NAINE MI XPS.

Kuratorin Susanne Kimmig-Völkner betrachtet im Landesmuseum die Abbildung des „Inschriftenringes von Paußnitz“. Quelle: Soeren Stache/dpa

Die wörtliche Übersetzung „Verneine mich Christus“ ist aufgrund vergleichbarer Bittformeln im Sinne von „Vernichte mich Christus“ zu verstehen. Wahrscheinlich trug den Ring ein Kreuzritter, vermutet Kuratorin Kimmig-Völkner. Deren Lieblingsexponat ist eine Leihgabe aus Schloss Braunsfels in Hessen und hatte ebenfalls einem Kreuzfahrer gehört. Der Legende nach handelt es sich um den Ring der heiligen Elisabeth von Thüringen, den sie von ihrem jungen Gemahl Ludwig vor dessen Fahrt ins Heilige Land geschenkt bekam. Der geliebten Mann überreichte ihn mit den Worten: „Wenn der Edelstein zerspringt, so werde ich nicht mehr sein.“ Ludwig starb am 12. September 1227 auf der beschwerlichen Reise, an seinem Todestag soll der Achat auf dem Ring zersprungen sein.

www.ringe-der-macht.de

Von Bernd Lähne

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