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Mitteldeutschland Tillich an Merkel: Besorgt über Debatte zu Braunkohleverstromung
Region Mitteldeutschland Tillich an Merkel: Besorgt über Debatte zu Braunkohleverstromung
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15:28 14.11.2017
Braunkohletagebau in der Lausitz Quelle: dpa
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Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat sich in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) besorgt über die Ausstiegsdebatte aus der Braunkohleverstromung geäußert. „Unsere Stabilität in der Energieversorgung wird fahrlässig riskiert, wenn Gutachten wie das der Agora Energiewende suggerieren, die Versorgungssicherheit könnte auch ohne Braunkohleverstromung in jedem Fall gewährleistet werden“, heißt es in dem Schreiben vom Montag, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. „Diese Aussagen beruhen auf nicht haltbaren Annahmen.“

Einer Studie der Denkfabrik Agora Energiewende zufolge würde das Abschalten der 20 ältesten Braunkohlekraftwerke, wie dies die Grünen fordern, die Stromversorgung nicht gefährden. Deutschland würde sich dadurch nicht von Stromimporten abhängig machen, es müsste lediglich seine Stromexporte reduzieren, hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

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Tillich schrieb nun an die Kanzlerin: „Zum einen wird in der Debatte oft unterstellt, zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit könne einfach im Bedarfsfall Strom von unseren europäischen Nachbarn importiert werden. Tatsächlich ist es jedoch so, dass für den deutschen Strommarkt insgesamt nach 2020 ein Leistungsbilanzdefizit erwartet werden muss.“ Bereits jetzt seien Länder wie Frankreich oder Großbritannien auf Stromimporte angewiesen. Diese und andere Länder würden in europaweiten Spitzenlastzeiten keinen Strom zur Verfügung stellen können.

„Zum anderen werden in dem Gutachten potenzielle Produktionsmengen systematisch überschätzt, während der Strombedarf methodisch unterschätzt wird.“ Agora gehe von einer bis 2023 gleichbleibenden Spitzenlast aus. Dies widerspreche aller Erfahrung. Tillich schloss mit der Warnung, „die Versorgungssicherheit in Deutschland auf Basis interessengeleiteter Gutachten zu riskieren“.

dpa

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