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Mitteldeutschland Thüringens einstiger CDU-Hoffnungsträger Mohring ist im freien Fall
Region Mitteldeutschland Thüringens einstiger CDU-Hoffnungsträger Mohring ist im freien Fall
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16:02 14.02.2020
Mike Mohring im Thüringer Landtag. Quelle: imago/Jacob Schröter
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Erfurt

Am frühen Freitagnachmittag, 13.45 Uhr, platzt die Bombe. Thüringens angeschlagener, aber nach wie vor internetaffiner CDU-Chef Mike Mohring (48) verkündet via Twitter, sein Amt als Landeschef zur Verfügung stellen zu wollen. Nur eine Woche davor hatte er noch über Facebook per Videobotschaft Zuversicht ausgestrahlt.

„In dieser Woche ist viel passiert“, sagt Mohring nun und schlägt dann erst einmal den Bogen nach Berlin zur CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Die Neuaufstellung im Bund habe auch Auswirkungen auf Thüringen, erklärt Mohring seinen staunenden Parteifreunden und verkündet dann: „Und deshalb möchte ich unserem Landesvorstand, der turnusmäßig am kommenden Dienstag tagt, vorschlagen, dass auch wir unseren geplanten Landesparteitag, wo Neuwahlen des Landesvorstand ja sowieso vorgesehen sind – das der vorgezogen wird.“ Peng!

Vorschlag der Jungen Union

Der Thüringer CDU-Chef sagt, man tue gut daran, die Partei zu befrieden und die persönlichen Interessen hintenan zu stellen. Er wolle dem nicht im Wege stehen. Mohring im freien Fall. Erneut wird er der galoppierenden Ereignisse nicht Herr, sondern läuft nur hinterher. Einen Sonderparteitag der CDU im Land mit einer Neuwahl des Landesvorstandes – den hatte die Junge Union Thüringens (JU) bereits am Montag gefordert.

Für Mohring ist es bereits der zweite Rücktritt innerhalb weniger Tage: In der vergangenen Woche hatte er erklärt, sein Amt als CDU-Fraktionschef im Thüringer Landtag aufgeben und bei Neuwahlen Ende Mai nicht wieder antreten zu wollen. Und auch hier überholt ihn die Realität. Acht CDU-Abgeordnete beantragten, dass Mohring bereits an diesem Mittwoch die Vertrauensfrage stellen soll. Damit dann in geheimer Abstimmung über seine Zukunft entschieden werden kann.

Parallelen zu Kemmerich

Man ist erinnert an Thomas Kemmerich, den FDP-Chef, der nach kurzer Zeit im Amt des Ministerpräsidenten zurücktrat und zur Belastung für seine Partei wurde, deren Büros nun beschmiert werden. Der nicht mehr Erfurter Karnevalschef sein darf und sich vielfältigster Schmähungen erwehren muss. Doch während Kemmerich mehr oder weniger still leidet, versucht Mohring sich immer wieder zu rechtfertigen. AfD-Chef Björn Höcke, der als Strippenzieher zum Auslöser der Erfurter Ereignisse wurde, kommt vermutlich seit Tagen vor Lachen nicht mehr in den Schlaf.

Er habe vor der Ministerpräsidentenwahl bei der FDP dafür geworben, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen, rechtfertigt sich Mohring nun im „Spiegel“. Auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer habe er darüber gesprochen. „Ich habe sie gebeten, FDP-Chef Christian Lindner zu bitten, darauf hinzuwirken, dass es keinen Kandidaten der FDP gibt.“

Thüringen-CDU im freien Fall

Es hilft nichts. Den Thüringer Wähler scheint all das wenig zu beeindrucken. Wenn am Sonntag Wahlen wären, würde die CDU mit 14 Prozent abgestraft, die FDP verfehlte mit 4 Prozent den Einzug in den Landtag. Bei einer repräsentativen Insa-Umfrage im Auftrag der Thüringer Zeitungen der Funke-Mediengruppe sprachen sich hingegen 40 Prozent für die Linke aus. Jeder Vierte (25 Prozent) würde bei der AfD sein Kreuz machen. Die SPD käme auf 7 Prozent, die Grünen auf 6 Prozent.

Von Roland Herold

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