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Mitteldeutschland Synode beschließt Eckpunkte für Strukturreform - Haushaltsberatung
Region Mitteldeutschland Synode beschließt Eckpunkte für Strukturreform - Haushaltsberatung
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16:47 19.11.2017
Blick in die Dreikönigskirche. Hier tagt die Synode.
Blick in die Dreikönigskirche. Hier tagt die Synode. Quelle: dpa
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Dresden

Nach zweitägiger intensiver Auseinandersetzung über die Strukturreform hat die Synode der evangelischen Landeskirche Sachsens Eckpunkte für eine Überarbeitung des entsprechenden Gesetzes beschlossen. Wichtigster Punkt dabei ist, dass die Selbstständigkeit der Kirchgemeinden und damit deren Hoheit über ihren Haushalt und Personal behalten und sie weiter einen eigenen Kirchenvorstand bilden können, wie ein Sprecher der Landeskirche am Sonntag sagte. In den Antrag des Synodalpräsidiums, mit dem das Landeskirchenamt auch zur Erarbeitung eines Entwurfs bis zum Frühjahr 2018 gebeten wurde, seien die Stimmen und Eingaben aus den Kirchgemeinden eingeflossen.

Seit Freitag hatte die Synode über nötige Veränderungen angesichts rückläufiger Mitgliederzahlen und Einnahmen diskutiert. Bischof Carsten Rentzing forderte ein „konstruktives Ende“ der jahrelangen Debatten um die Verteilung der Ressourcen. Es komme darauf an, sich Klarheit über Weg und Ziel zu verschaffen, sagte er am Samstag. „Nur, wenn wir diese Klarheit erreichen, gewinnen wir die Freiheit, die notwendig ist, um unseren Auftrag als Kirche Jesu Christi zu erfüllen.“ Dazu brauche es „etwas vom reformatorischen Wagemut“.

Auch ein Blick in Partnerkirchen könne helfen, eigene Schwächen und Stärken zu erkennen. „Wir haben kein Recht, uns unablässig mit uns selbst zu beschäftigen und unseren Auftrag zu vernachlässigen“, mahnte Rentzing. „Unsere auseinanderdriftende Gesellschaft verlangt geradezu nach der Botschaft des Friedens und der Versöhnung.“ Für die Landeskirche gehe es um die Zukunft und darum, „ob sie auch fernerhin ihren Auftrag wahrnehmen kann“.

Sachsens neuer Kultusminister Frank Haubitz (parteilos) betonte bei einem Besuch, dass Freistaat und Kirche gemeinsam Verantwortung für die jungen Menschen trügen. Religionsunterricht sei eine feste Größe und müsse weiter gefestigt werden, dankte er den 515 kirchlichen Lehrkräften, die ihn absichern. Nach seinen Worten verlasse kein Schüler eine sächsische Schule ohne eine ethische Bildung in den Fächern Religion oder Ethik.

Bis Montag beschäftigen sich die Mitglieder des Kirchenparlaments nun - wie im Herbst traditionell - mit dem Haushaltentwurf 2018 für die Landeskirche. Erstmals seit Jahren liegt dessen Volumen unter dem des Vorjahres - bei 218 Millionen Euro und damit rund 7 Millionen weniger. Gründe sind sinkende Kirchenmitgliederzahlen und Einnahmen aus Kirchensteuer und kircheninternen Finanzausgleich. Schon 2017 wird mit einem Haushaltsdefizit von 1,5 Millionen Euro gerechnet, das aus Rücklagen ausgeglichen werden soll.

dpa