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Mitteldeutschland Stärkstes Erdbeben seit Jahren erschüttert sächsisches Vogtland
Region Mitteldeutschland Stärkstes Erdbeben seit Jahren erschüttert sächsisches Vogtland
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12:15 26.03.2019
Siegfried Wendt beobachtet im Geophysikalischen Observatorium Collm Ausschläge auf der Richter-Skala. (Archivfoto) | Quelle: dpa
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Leipzig

Im vogtländischen Markneunkirchen hat am Montagabend wieder einmal die Erde gebebt. Wie Siegfried Wendt vom Geophysikalischen Observatorium auf dem Collm gegenüber der LVZ erklärte, wurde die Erschütterung um 19.51 Uhr in etwa zwölf Kilometern Tiefe unterhalb der Kleinstadt registriert. „Das Erdbeben hatte eine Magnitude von 2,2. Seit 2009 war dies das stärkste Beben in der Region“, so Wendt am Dienstagmorgen. Bisher stand ein 2010 gemessener Wert von 1,8 Magnitude als Höchstwert für das Vogtland in den Akten.

Seismograph mit den Erschütterungen vom Montagabend – gemessen an de Stationen Wenitzgrün (WERN) und Gunzen (GUNZ). Quelle: Siegfried Wendt, Geophysikalischen Observatorium Collm

Ab einem Ausschlag von etwa 1,5 Magnitude auf den Seismographen sind Erdbeben auch für den Menschen spürbar, sagte Wendt. Die Bewohner im Vogtland stören sich an den Erschütterungen kaum, weil kleine Beben in der Region praktisch zum Alltag gehören. „Ich hörte, bei einem regionalen Radiosender sollen ein paar Meldungen eingegangen sein, ansonsten blieb es aber eher ruhig“, sagte der sächsische Erdbebenforscher.

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Zumal es in den benachbarten Gebieten in Tschechien zuletzt auch stärkere Beben registriert wurden, deren Ausläufer sich letztlich auch in Sachsen bemerkbar machten. So schlug der Seismograph im Mai 2018 im böhmischen Luby beispielsweise bis zu 3,8 Magnitude aus, im Mai 2014 wurden bei einem Schwarmbeben sieben Kilometer unterhalb von Novy Kostel 4,1 Magnitude gemessen.

In den vergangenen Jahren mehren sich kleinere Beben in der Region, die ohnehin zu den seismographisch aktivsten in Deutschland zählt. Wissenschaftler des Geoforschungszentrums Potsdam gehen davon aus, dass sich in etwa 30 bis 35 Kilometern Tiefe unterhalb des Vogtlands ein Magma-Reservoir befindet, dass sich allmählich zu einem Vulkan ausbildet. Eine Gefahr für die Bewohner bestehe aber nicht.

Von Matthias Puppe