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Mitteldeutschland Staatsanwalt ermittelt gegen Fahrer des verunglückten Flixbusses
Region Mitteldeutschland Staatsanwalt ermittelt gegen Fahrer des verunglückten Flixbusses
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16:25 21.05.2019
Der Flixbus fuhr eine Böschung hinau, kippte um und kollidierte dabei mit einer Leitplanke. Quelle: Jan Woitas/dpa
Leipzig

Nach dem schweren Busunfall am Sonntagabend auf der A9 bei Leipzig mit neun Schwerverletzten und einer verstorbenen Insassin hat die Leipziger Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den 59-jährigen Busfahrer aufgenommen. Wie Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz am Dienstag erklärte, gebe es den Anfangsverdacht, „dass der Busfahrer den Unfall fahrlässig verursacht hat“.

Der 59-Jährige gehört allerdings auch zu den Schwerverletzten und konnte bisher nicht zu den Ereignissen vernommen werden. Bereits am Unglücksabend wurde der Verdacht geäußert, dass Sekundenschlaf möglicherweise als Ursache in Frage komme. Am Montag dementierten die Behörden entsprechend Mutmaßungen als verfrüht.

Neben dem Tatvorwurf der fahrlässigen Tötung verfolgen die Ermittler auch weiterhin den Verdacht eines technischen Defekts am Fahrzeugs. Die Staatsanwaltschaft habe inzwischen einen Kraftfahrzeugsachverständigen beauftragt, den schwer beschädigten Bus zu untersuchen und zu prüfen, „ob eine technische Ursache zum Unfall geführt haben kann oder ob eine solche auszuschließen ist“, erklärte Schulz.

Wie ein Sprecher von Flixbus am Dienstag erklärte, habe die Auswertung des Tachographen durch die Polizei sowie interner GPS-Daten bestätigt, dass sich der Fahrer an die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten gehalten habe.

Autofahrer helfen bei Rettung der Insassen

Der verunglückte Flixbus war am Sonntagabend von Berlin nach München unterwegs. Nach einem Zwischenstopp in Leipzig kam das doppelstöckige Fahrzeug gegen 17.30 Uhr zwischen den Abfahrten Leipzig-West und Bad Dürrenberg in der Nähe des Autobahnparkplatzes Bachfurt von der Fahrbahn ab. Der Bus fuhr eine Böschung hinauf, kippte um, kollidierte mit einer Leitplanke und blieb auf der Seite liegen. Eine Frau wurde dabei so schwer eingeklemmt, dass die Rettungskräfte Mühe hatten sie zu bergen. Sie verstarb noch an der Unfallstelle. Am Dienstagnachmittag war die Identität der Toten noch immer unklar. Neun Schwerverletzte wurden mit Hubschraubern in umliegende Krankenhäuser gebracht – darunter in das krisenerprobte Klinikum St. Georg in Leipzig.

Ein Großteil der insgesamt 75 Insassen im Reisebus konnte sich zum Glück selbst aus dem umgestürzten Fahrzeug retten. Die Passagiere durchschlugen nach dem ersten Schock die Seitenscheiben, sprangen mithilfe von anhaltenden Autofahrern ins Freie. 63 von ihnen erlitten leichte Verletzungen und wurden von den Ärzten und Sanitätern noch an der Unfallstelle in einem aufgebauten Zelt sowie in einem Ambulanz-Bus erstversorgt und später auf 14 Krankenhäuser der Region zur weiteren Behandlung verteilt.

Die neun Schwerverletzten wurden mit Helikoptern ausgeflogen – allein acht solcher fliegenden Retter waren im Einsatz. Dazu kamen 56 Krankenwagen und 31 Feuerwehren. „Für alle Rettungskräfte war das eine enorme Herausforderung“, sagte Halles Polizeisprecherin Ulrike Diener. Am Montagnachmittag konnten bereits 39 von ihnen aus der ärztlichen Behandlung entlassen werden, bestätigte die Pressestelle der Polizei Halle am Dienstag.

Von Matthias Puppe

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