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Mitteldeutschland Sozialministerin: Leipzig und Dresden könnten Flüchtlingskinder aufnehmen
Region Mitteldeutschland Sozialministerin: Leipzig und Dresden könnten Flüchtlingskinder aufnehmen
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22:07 05.03.2020
Ein junges Flüchtlingsmädchen aus Syrien in der türkischen Grenzstadt Edirnemit. Quelle: Mohssen Assanimoghaddam/dpa
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Halle

Die sächsischen Städte könnten nach Ansicht von Sozialministerin Petra Köpping (SPD) unbegleitete Kinder und Jugendliche aus griechischen Flüchtlingslagern aufnehmen. „Wir haben die Kapazitäten, wir haben den Platz, wir könnten aufnehmen“, sagte Köpping der Sendung MDR Aktuell am Donnerstag. Sie sei derzeit mit Leipzig und Dresden in Gespräch, welche Maßnahmen dem Bund angeboten werden könnten. Auch in Chemnitz werde darüber diskutiert, hieß es. Zugleich betonte sie, dass Sachsen nicht allein darüber entscheiden könne, ob Menschen aufgenommen würden.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hatte sich bereits am Mittwoch für die Aufnahme von betroffenen Familien und Kindern in der Messestadt starkgemacht. „Wir stehen als Stadt Leipzig bereit – wie wir es zusammen mit dem Stadtrat auch schon bei der Seenotrettung getan haben, Flüchtlinge aufzunehmen – um die Situation zumindest ein klein wenig zu lindern“, sagte das Stadtoberhaupt.

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Städte appellieren an die Bundesregierung

Sieben weitere deutsche Großstädte forderten am Donnerstag von der Bundesregierung Schritte zur Aufnahme von Kindern aus den griechischen Flüchtlingslagern. „Vor allem den Kindern, deren Eltern in vielen Fällen nicht mehr leben und die alleine in den Flüchtlingslagern untergebracht sind, soll nun sofort geholfen werden“, heißt es in einem Appell der Oberbürgermeister, über den am Donnerstag das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete.

Die gemeinsame Erklärung, die auch von dem niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius (SPD) unterstützt werde, solle am Freitag veröffentlicht werden. Die Unterzeichner sind demnach neben Pistorius die Oberbürgermeister von Köln, Düsseldorf, Potsdam, Hannover, Freiburg im Breisgau, Rottenburg am Neckar und Frankfurt (Oder). Die Bundesregierung müsse sofort handeln und es deutschen Städten ermöglichen, auf freiwilliger Basis vor allem unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen, heißt es in der Erklärung.

Mehrheit der Deutschen für Aufnahme

Eine Mehrheit der Deutschen hatte sich zuvor in einer Umfrage dafür ausgesprochen, die griechisch-türkische Grenze für Tausende Flüchtlinge zu öffnen, die dort zurzeit ausharren. Demnach sind 57 Prozent der Bürger der Ansicht, die Flüchtlinge sollten die Grenze zu Griechenland überqueren dürfen und anschließend auf die EU-Staaten aufgeteilt werden. 41 Prozent stimmen dieser Aussage eher nicht zu. Das ist das Ergebnis eine Umfrage von Infratest dimap für den ARD-„Deutschlandtrend“, wie der WDR in Köln mitteilte.

Von LVZ

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