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Mitteldeutschland Kontaktnachverfolgung: Landkreise Leipzig und Nordsachsen sollen neue Software testen
Region Mitteldeutschland

"Sormas": Neue Software zur Corona-Kontaktverfolgung im Landkreis Leipzig und Nordsachsen

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15:25 04.02.2021
Mitarbeiter eines Gesundheitsamtes telefonieren im Lagezentrum.
Mitarbeiter eines Gesundheitsamtes telefonieren im Lagezentrum. Quelle: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/
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Dresden

Die von Bund und Ländern angestrebte Einführung einer einheitlichen Software zur Nachverfolgung von Kontakten in der Corona-Pandemie kommt in Sachsen nur langsam voran. Das Meldesystem „Sormas“ solle zunächst in zwei Landkreisen - in Leipzig und Nordsachsen - als Pilotprojekt getestet werden, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Dresden auf Anfrage mit.

Dafür soll eine Schnittstelle zur bisher genutzten Software „Octoware“ geschaffen werden. „Damit beginnen wir, der Forderung nachzukommen, alle Ämter an Sormas anzuschließen“, hieß es. Weil die Gesundheitsämter derzeit so viel zu tun hätten, könne der Prozess nur begleitend stattfinden.

Neue Software zur Kontaktnachverfolgung bislang kaum im Einsatz

Mit dem vom Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung (HZI) entwickelten IT-System Sormas sollen Kontaktketten automatisch nachzuverfolgen sein. Bei ihrem Treffen Mitte November hatten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder darauf verständigt, die Plattform bis Ende des Jahres 2020 in 90 Prozent der deutschen Gesundheitsämter einzusetzen.

Das Gesundheitsamt der Stadt Leipzig hatte dem Einsatz der neuen Software zuletzt eine Absage erteilt. „Die Einführung eines neuen und bisher völlig unbekannten IT-Verfahrens mitten im Pandemiegeschehen ist abzulehnen“, hieß es seitens der Behörde auf LVZ-Nachfrage.

Gemäß der Übersicht der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) von Mitte Januar kommt die Software in den Bundesländern bisher unterschiedlich zum Einsatz: In Bremen mit zwei Gesundheitsämtern liegt die Abdeckung in den Gesundheitsämtern bei 100 und in Brandenburg bei 33 Prozent; in Thüringen setzen die Hälfte der Ämter auf das neue IT-System. In Sachsen gibt es 13 Gesundheitsämter, von denen bisher keines Sormas verwendet.

Vielerorts Skepsis gegenüber der neuen Software „Sormas“

Das Gesundheitsministerium in Dresden verwies darauf, dass es seit Jahren eine einheitliche Meldesoftware gibt, die zudem für die Bewältigung der Corona-Pandemie angepasst wurde. Alle sächsischen Gesundheitsämter verfügten über technische Lösungen für die Kontaktnachverfolgung.

Nach Einschätzung des Deutschen Landkreistages ist mit dem neuen IT-System die angepeilte Entlastung der Gesundheitsämter nicht zu erreichen. Die Ämter nutzten bereits digitale Instrumente zur Kontaktnachverfolgung und bräuchten keine zusätzlichen Anwendungen, hieß es.

Von RND/ms/dpa