Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland „Soko-Linx“-Ermittler könnte Ermittlungsinterna durchgestochen haben
Region Mitteldeutschland

„Soko-Linx“-Ermittler könnte Ermittlungsinterna durchgestochen haben

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:22 09.10.2021
Polizisten bei der „Wir sind alle Linx“-Demonstration in Leipzig.
Polizisten bei der „Wir sind alle Linx“-Demonstration in Leipzig. Quelle: imago
Anzeige
Leipzig

Ein Mitarbeiter der auf linksextreme Straftaten spezialisierten „Soko LinX“ des sächsischen Landeskriminalamtes wird verdächtigt, Ermittlungsinterna an das rechte „Compact“-Magazin durchgestochen zu haben. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf eine „Vielzahl an Dokumenten“, die der Redaktion vorlägen.

Demnach gebe es Hinweise darauf, dass durch den Beamten Details aus laufenden Ermittlungen des LKA an rechtsextreme Kreise weitergegeben wurden und das möglicherweise aus persönlichen Gründen. So habe er sich bei einem Sachbearbeiter des Leipziger Amtes für Bauordnung und Denkmalpflege, über dessen Privatleben intime und rufschädigende Details im „Compact“-Magazin erschienen waren, rächen wollen. Grund: Der Sachbearbeiter habe Reihenhäuser in der Nachbarschaft des Polizisten genehmigt, die der Beamte verhindern wollte.

Staatanwaltschaft ermittelt

Schon vor Jahren habe der Polizist gegen den Amtsmitarbeiter ermittelt und abgehörte Telefonate ausgewertet. Das Verfahren wurde später eingestellt. Laut Spiegel laufen nun Ermittlungen gegen den LKA-Beamten wegen des Verrats von Dienstgeheimnissen „im Zusammenhang mit dem Versenden von Dateien aus einem beschlagnahmten Mobiltelefon“. Bei der Polizei genieße der Beamte jedoch weiterhin das volle Vertrauen.

Dass die Staatsanwaltschaft Chemnitz in der sächsischen Polizei wegen des Verrats von Dienstgeheimnissen gegen Unbekannt ermittelt, war kürzlich im Rahmen des Prozesses gegen die Leipziger Studentin Lina E. und vier weitere Angeklagte ans Licht gekommen.

Sie müssen sich vor dem Oberlandesgericht unter anderem wegen linksextremistisch motivierter Angriffe auf Rechtsradikale verantworten. Während der Verhandlung hatte ein Mitarbeiter der „Soko Linx“ vom Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht, als er zu einer möglichen Weitergabe von Ermittlungsergebnissen an den ehemaligen Leipziger NPD-Stadtrat Enrico Böhm durch Beamte der „Soko Linx“ befragt wurde. Sein Anwalt erklärte, es könne sein, dass sein Mandat im Fokus eines Ermittlungsverfahrens dazu stehe.

Von anzi