Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland So haben Sachsens Landkreise bei der Europawahl entschieden
Region Mitteldeutschland So haben Sachsens Landkreise bei der Europawahl entschieden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:54 27.05.2019
Anzeige
Leipzig

Die AfD ist weiter auf dem Weg zur stärksten Kraft in Sachsen. Nach Ende der Auszählung aller Gemeinden im Freistaat erhielt die AfD am Sonntagabend 25,3 Prozent und die CDU auf 23,0 Prozent der Stimmen. CDU-Generalsekretär Alexander Dirks sprach von einem „bitteren Ergebnis“. Hinter AfD und CDU rangierten Linke (11,7), SPD (8,6), Grüne (10,3) und FDP (4,7).

Anzeige

Zur Bundestagswahl 2017 hatte die AfD in Sachsen mit 27,0 Prozent der Stimmen hauchdünn vor der Union (26,9) gelegen. Der Wahltrend bei der Europawahl bestätige das Bundestagswahlergebnis, sagte der Bundestagsabgeordnete Tino Chrupalla. „Wir haben sogar dazu gewonnen, wir sind stärkste Kraft, das macht Hoffnung für die Landtagswahl. Er gilt als möglicher AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 1. September. „Die AfD wird unser Hauptgegner am 1. September sein“, sagte Dirks.

AfD auch in Brandenburg vorn

In ganz Ostdeutschland zeichneten sich am Sonntagabend starke Zugewinne für die AfD ab. Während die AfD neben Sachsen auch in Brandenburg nach Zwischenergebnissen vor der CDU lag, verhielt es sich in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern umgekehrt. Die Europawahl gilt auch als Stimmungstest für die im Herbst anstehenden Landtagswahlen am 1. September in Brandenburg und Sachsen sowie Thüringen am 27. Oktober.

Urban früh siegessicher

Der sächsische AfD-Chef Jörg Urban war schon kurz nach Schließung der Wahllokale von deutlichen Zuwächsen bei der EU- und Kommunalwahl ausgegangen. Die Wahl sei ein Zeichen dafür, dass die Menschen der AfD Vertrauen schenken und ihr eine verantwortungsvolle Politik zutrauten, sagte Urban auf einer AfD-Wahlparty in Görlitz. Das sei eine gute Position für die Landtagswahl: „Und dann sind wir bereit Verantwortung zu übernehmen.“
Zudem hat die AfD gute Chancen, erstmals in Deutschland einen Oberbürgermeister zu stellen. Der sächsische AfD-Landtagsabgeordnete Sebastian Wippel (36) lag in der ersten Runde der OB-Wahl nach Auszählung von zwei Dritteln aller Wahllokale vorn. Allerdings wird in Görlitz eine zweite Wahlrunde nötig sein, da voraussichtlich keiner der vier Kandidaten die absolute Mehrheit schaffen wird.

Auseinanderdriften zwischen Stadt und Land

Die sächsische Linke-Vorsitzende Antje Feiks sah im Wahlergebnis der Europawahl in Sachsen ein politisches Auseinanderdriften zwischen Stadt und Land. „Das ist auch Resultat einer wirtschaftlichen und sozialen Spaltung in Sachsen, die wir überwinden wollen.“

Zastrow wenig überrascht

Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow zeigte sich vom starken Stimmenzuwachs für die AfD bei der Europawahl nicht überrascht. Das Ergebnis passe in die Zeit. Insgesamt differenziere sich das Parteiensystem mehr aus. Den Namen Volkspartei könne weder die CDU noch die SPD für sich beanspruchen. In Zeiten, wo stark polarisiert werde und die Stunde der Populisten schlage, habe es eine Partei mit einer differenzierten Sicht wie die FDP schwer.
In Sachsen waren rund 3,3 Millionen Wahlberechtigte dazu aufgerufen, das Europaparlament und die Kommunalvertretungen neu zu bestimmen. Rund 40 Parteien und Initiativen kämpften um den Einzug ins Europaparlament. Zudem wurden im Freistaat die Kreistage aller zehn Landkreise sowie die Stadträte in den drei kreisfreien Städten Dresden, Leipzig und Chemnitz bestimmt. In 416 Gemeinden stand außerdem die Wahl der Gemeinderäte an. Das Ergebnis auf kommunaler Ebene soll mancherorts erst am Montag feststehen.

LVZ