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Mitteldeutschland Silvester ohne Feuerwerk? Nordsachsens Feuerwerker wehren sich
Region Mitteldeutschland Silvester ohne Feuerwerk? Nordsachsens Feuerwerker wehren sich
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16:16 16.11.2019
Vorschau auf Silvester: Feuerwerker Uwe Winkler lässt es in Liemehna leuchten und krachen. Quelle: Steffen Brost
Nordsachsen

Zu Silvester lassen die meisten nicht nur die Korken von Sektflaschen knallen. Für viele ist Feuerwerk Pflichtprogramm. Bunte Lichter und lautes Knallen läuten einen neuen Anfang ein. Um die Zukunft des Feuerwerks ist allerdings ein Streit entbrannt, der auch die professionellen Feuerwerker im Landkreis erreicht hat.

Ende Oktober gab Profi-Feuerwerker Uwe Winkler in Liemehna (Gemeinde Jesewitz bei Eilenburg) eine Kostprobe auf Silvester. Auf der Pferdekoppel Klinge zündete er zum elften Mal sein Schaufeuerwerk. Mit etwa 50 Kilogramm explosiver Masse, die eine Höhe von 250 Metern erreichte, ließ der Liemehnaer ein leuchtendes Farbspektakel am nordsächsischen Abendhimmel erscheinen. Die Besucher waren begeistert, so mancher Anwohner weniger. So wie Heide Steuder-Trennert aus Gallen, ein Ort etwa zwei Kilometer von Liemehna entfernt.

„Muss das wirklich sein?“, fragte sie in einem Brief an die Leipziger Volkszeitung. Ihr Hund traue sich nach jenem Abend nicht mehr hinaus in den Hof. Ungefragt und ungewollt sei sie einer „kriegsähnlichen Plauzerei“ ausgesetzt gewesen, schreibt die Gallenerin.

Pyrotechniker wehrt sich gegen Vorwürfe

Doch Uwe Winkler wehrt sich gegen die Anschuldigungen der Anwohnerin. Seine Arbeit sei streng reglementiert und er arbeite nach Bundesrecht, so der Pyrotechniker. Das sogenannte Vorschießen habe er auch noch im Vorfeld angekündigt, obwohl es keine gesetzliche Informationspflicht gebe und er sich auch nicht die Einwilligung von Anwohnern einholen müsse. „Im Gegenteil, es besteht nach Bundesrecht sogar eine Duldungspflicht gegenüber der Durchführung von Feuerwerken“, betont Winkler.

Vorschau auf Silvester: Feuerwerker Uwe Winkler lässt es in Liemehna leuchten und krachen.

Umwelthilfe will Böller verbieten lassen

Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) stört sich am Silvesterfeuerwerk. Ende Oktober beantragte sie den Stopp der Feuerwerk-Böllerei in 98 mit Feinstaub belasteten Städten. Zu diesem Zweck will die Umwelthilfe nun viele hunderttausend Bürger dafür gewinnen, über eine Petition Böller-Verbote zu fordern. Als saubere Alternative zu den Schwarzpulver-Feuerwerken schlagen sie das „Silvester 2.0“ mit Licht- und Lasershows vor.

Feuerwerk verjagt böse Geister

Diese sind für Feuerwerker Frank Zwilling aus Bad Düben keine Alternative zum Silvester-Feuerwerk. „Das hat ja eigentlich einen heidnischen Hintergrund, weil damit böse Geister verjagt werden sollen“, erklärt der Pyrotechniker. Außerdem sei das Feuerwerk in Deutschland vom Ausmaß gar kein so großes Thema. „Beispielsweise in Spanien hat es einen völlig anderen Stellenwert“, sagt Zwilling. Da würde zu fast jeder Feierlichkeit ein knallendes Lichterspektakel gezündet, so der Bad Dübener.

Nabu fordert Verzicht auf Feuerwerkskörper

Auch der Nabu fordert schon seit Jahren den Verzicht von Feuerwerkskörpern zu Silvester. Zwar zeigen die Naturschützer Verständnis, dass die Silvesterknallerei Tradition habe und vielen Menschen Freude bereite. Dennoch bitten sie darum, „Rücksicht zu nehmen auf Mitmenschen, aber auch Natur und Umwelt“. Peter Solluntsch von der Fachgruppe „Karl August Möbius“ in Eilenburg erklärt, dass sich die Knallerei äußerst negativ auf die heimische Vogelwelt auswirke. „Vögel sind ja tagaktive Tiere und brauchen nachts Ruhe“, sagt der Naturschützer. Als Folge der Böllerei würden sie in den Folgetagen orientierungslos rumfliegen, mit Autos und anderen sich bewegenden Gegenständen kollidieren, so Solluntsch.

Verständnis für Leidtragende

Silvester ohne Feuerwerk ist für Peter Schönberger unvorstellbar. Er ist staatlich geprüfter Feuerwerker beim „Komplettfeuerwerk“ in Bad Düben. Auch seine Freunde und Verwandte sind der Meinung, dass das neue Jahr durchaus mit dem einen oder anderen bunten Knall begrüßt werden könne. Verständnis für Menschen, die das nicht immer gutheißen, hat er trotzdem. „Die, die in der Nähe von Veranstaltungsplätzen wohnen, wo regelmäßig Feuerwerke gezündet werden, sind natürlich die Leidtragenden“, sagt der Pyrotechniker. Den generellen Trend gegen Feuerwerk merkt Schönberger in seinem Geschäft aber nicht wirklich.

Von Elena Boshkovska

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