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Mitteldeutschland Sigmund Jähn führte kurz vor seinem Tod noch Gäste durch Raumfahrt-Ausstellung
Region Mitteldeutschland Sigmund Jähn führte kurz vor seinem Tod noch Gäste durch Raumfahrt-Ausstellung
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12:20 23.09.2019
Der Kosmonaut Sigmund Jähn starb am 21. September im Alter von 82 Jahren. Quelle: Matthias Hiekel/zb/dpa
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Morgenröthe-Rautenkranz

Nach dem Tod von Sigmund Jähn trauert sein Geburtsort Morgenröthe-Rautenkranz (Vogtlandkreis) um den ersten Deutschen im All. „Wir haben einen Freund verloren und sind alle tüchtig mitgenommen“, sagte die Leiterin der Deutschen Raumfahrtausstellung Romy Mothes am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Dem Museum war Jähn zeitlebens eng verbunden, arbeitete über viele Jahre im Vorstand des Vereins mit. Erst Mitte des Monats habe er noch Gäste durch die Ausstellung geführt und dabei nicht anders gewirkt als bei seinen sonstigen Besuchen, so Mothes.

In einer ersten Reaktion auf den Tod des Raumfahrers veröffentlichte das Museum in der Nacht zu Sonntag auf seiner Webseite eine kurze Trauerbezeugung. Darin heißt es: „Wir trauern um unseren Kosmonauten und guten Freund Sigmund Jähn.“

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Im Laufe des Tages werde ein Kondolenzbuch in der Ausstellung ausgelegt, die wie üblich bis 17 Uhr geöffnet habe. Wer möchte, könne zudem Blumen niederlegen. „Inzwischen haben wir die Familie kontaktiert, möchten aber nun erst einmal abwarten, um weitere Schritte abzustimmen“, sagte Mothes weiter.

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„Er war immer Einer von uns“

„Er war immer Einer von uns, zurückhaltend und bescheiden“, sagte der Bürgermeister Morgenröthe-Rautenkranz, Jürgen Mann, am Montag. Er habe selbst erst am Morgen aus der Zeitung vom Tod des 82-Jährigen erfahren. „Das kam für uns alle plötzlich. Bei seinem letzten Besuch vor nicht einmal zwei Wochen war er augenscheinlich bei bester Gesundheit, wirkte wie immer fit und vital.“

Noch im vergangenen Jahr habe man das 40-jährige Jubiläum des ersten Raumflugs am 26. August 1978 groß gewürdigt. Auch seinen 80. Geburtstag habe Jähn mit vielen Wegbegleitern in seinem Ferienhaus im Vogtland gefeiert.

„Identifikationsfigur für viele Ostdeutsche“

Als Geburtsort werde Morgenröthe-Rautenkranz in jedem Fall an seinen Ehrenbürger erinnern, sagte Mann. Jähn kam am 13. Februar 1937 in dem staatlich anerkannten Erholungsort zur Welt, der seit zehn Jahren zur Einheitsgemeinde Muldenhammer mit rund 3200 Einwohnern gehört. Dabei wolle man aber Rücksicht auf die Angehörigen nehmen und gemeinsam mit der Familie abstecken, wie ein solches Erinnern aussehen könne.

Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange würdigte Jähn am Montag als Identifikationsfigur für viele Ostdeutsche. „Viele Ostdeutsche waren stolz, dass der erste ‎Deutsche im All aus ihrem Land kam‎“, sagte die SPD-Politikerin am Montag. Jähn sei ein Mensch gewesen, der „heldenhaftes geleistet hat und doch nie ein Held sein wollte“. Jähn sei bescheiden gewesen und seiner vogtländischen Heimat eng verbunden. Als erster Deutscher flog er 1978 ins All.

„Vorbild für viele Generationen“

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) twitterte am schon am Sonntagabend: „Der erste Deutsche im All, Sigmund Jähn, ist gestorben. Er war Vorbild für viele Generationen. Ich habe ihn als klugen und bescheidenen Sachsen kennengelernt. Wir werden sein Lebenswerk lebendig halten – in seinem Heimatort Morgenröthe-Rautenkranz und an vielen anderen Orten.“

Sigmund Jähn wurde am 13. Februar 1937 in Morgenröthe-Rautenkranz geboren. Er war am Samstag im Alter von 82 Jahren gestorben.

Von RND/dpa