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Mitteldeutschland Sie will schneller Autobahnen bauen – neue Chefin für Fernstraßen-Bundesamt in Leipzig
Region Mitteldeutschland Sie will schneller Autobahnen bauen – neue Chefin für Fernstraßen-Bundesamt in Leipzig
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19:05 03.03.2020
Sie will die Planung von Autobahnen deutlich verkürzen: Doris Drescher ist die Präsidentin des neuen Fernstraßen-Bundesamtes. Quelle: Jan Woitas
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Leipzig

Die Planung von neuen und auszubauenden Autobahnen soll schneller vorankommen. Durchschnittlich dauere eine Planfeststellung für eine neue Autobahn drei und mehr Jahre. „Wir wollen das deutlich reduzieren“, sagte Doris Drescher. Die Juristin ist Präsidentin des neuen Fernstraßen-Bundesamtes (FBA) mit Hauptsitz in Leipzig. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) beglückwünschte die 56-Jährige zur offiziellen Amtseinführung am Dienstag im Paulinum.

„Die Ansiedlung des Fernstraßen-Bundesamtes in Leipzig ist ein wichtiges Signal für Sachsen“, sagte Kretschmer. Immer wieder habe es Versprechungen aus Berlin gegeben, Bundesbehörden im Osten anzusiedeln, passiert sei lange Jahre nichts, kritisierte er und fügte an: „Die aktuelle Bundesregierung hält Wort.“

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„Größte Reform in der Geschichte der Autobahnen

Die erste Bundesoberbehörde im Freistaat schaffe rund 220 neue Jobs am Hauptsitz. Mit den Außenstellen in Bonn, Gießen und Hannover sollen es 400 sein.

Für den „Top-Job“ sei eine qualifizierte Frau gewonnen worden, sagte Michael Güntner, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Das sei wichtig, treibe man doch die größte Reform in der Geschichte der Autobahnen voran.

Von Januar nächsten Jahres an wird die Verwaltung der Autobahnen in Deutschland neu organisiert. Um Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung wird sich dann die Autobahn GmbH des Bundes kümmern. Das FBA übernimmt die Fach- und Rechtsaufsicht. Ziel der Zentralisierung der Autobahnverwaltung ist es, die Prozesse einheitlicher und effizienter zu gestalten und damit Zeit sowie Geld zu sparen.

Die Chefin sammelte reichlich Erfahrungen in Sachsen

Mit Straßenbau- und Verkehr ist die neue Chefin des FBA bestens vertraut. Drescher war seit Oktober 2018 Präsidentin des sächsischen Landesamts für Straßenbau und Verkehr in Sachsen. Zuvor arbeitete sie als stellvertretende Leiterin der Abteilung Verkehr im Dresdner Verkehrsministerium.

„Die Gründung einer neuen Behörde ist eine spannende Aufgabe“, sagte die in Franken geborene Drescher. „Ich möchte eine zuverlässige Genehmigungsbehörde schaffen, die offen für den Bürger ist und sich moderner digitaler Werkzeuge bedient.“

Drescher geht davon aus, dass schon allein die Zentralisierung der Planfeststellung in einer Bundesbehörde Zeit sparen werde. Bisher seien mehr als 30 Behörden in Deutschland damit betraut.

Gesucht: IT-Spezialisten, Ingenieure und Landschaftsplaner

Die Amtschefin will zudem mit einer neuen Personalpolitik die Planung beschleunigen. Bisher dominieren die Verwaltungsexperten. Drescher will mehr Ingenieure für Bau und Verkehrswege, IT-Spezialisten sowie Landschaftsplaner, die die Umweltbelange im Blick haben. 40 Mitarbeiter habe man in Leipzig an Bord, weitere werden gesucht.

Auch die Digitalisierung soll Zeit sparen. Ein neuer Planungsstandard ermögliche die virtuelle Darstellung der neuen Autobahn. Das soll auch bei Protesten von Anwohnern helfen. Ihnen kann am Computer besser gezeigt werden, wie sich die neue Straße auf sie auswirkt – oder vielleicht auch weniger auswirkt als befürchtet, hieß es. Am Computer lässt sich auch leichter zeigen, welche Verbesserungen für die Betroffenen eine Planänderung bringen könnte. „Wir sind offen für die Einwände der Bürger und keine abgeschottete Behörde“, sagt die neue Präsidentin.

Noch in diesem Jahr will die Behörde neue Räumlichkeiten in einem früheren Bank- und Geschäftshaus an der Leipziger Friedrich-Ebert-Straße beziehen. Drescher sprach von einer Zwischenlösung. Sie ließ allerdings offen, ob die Behörde eventuell doch noch selber bauen will.

Von Andreas Dunte

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