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Mitteldeutschland Corona-Semester: Für Sachsens Studenten bricht ein ungewöhnliches Halbjahr an
Region Mitteldeutschland Corona-Semester: Für Sachsens Studenten bricht ein ungewöhnliches Halbjahr an
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20:10 06.04.2020
Das sogenannte Corona-Semester in Sachsen läuft. Vieles ist noch unklar, nur eines ist sicher: Auch an den Hochschulen wird die Corona-Krise Spuren hinterlassen. (Archivbild) Quelle: André Kempner
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Chemnitz/Dresden/Freiberg/Leipzig

An den Universitäten in Sachsen hat am Montag das Sommersemester begonnen. Die Lehrveranstaltungen werden aufgrund der Corona-Krise ausschließlich online stattfinden. „Eine Präsenz in den Hörsälen ist mindestens bis zum 4. Mai nicht möglich und erforderlich“, teilte beispielsweise die TU Freiberg ihren Studierenden mit.

Über digitale Lehrangebote auf der Online-Plattform der sächsischen Universitäten und das Bildungsportal Sachsen sollen die Studierenden in das Semester starten. Neben Video- oder Audio-Aufzeichnungen der Dozentinnen sollen sie dort auch zusätzliches Lehrmaterial wie Übungen oder weiterführende Unterlagen zum Selbststudium finden.

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Forderung: Semester nicht auf Regelstudienzeit anrechnen

Die sächsischen Studenten schlossen sich zu Semesterbeginn bundesweiten Forderungen nach einer besseren sozialen Absicherung und Ausnahmen für das Sommersemester an. Durch wegfallende Einkommen würden Betroffene in Existenznöte geraten und nicht im sozialen Sicherungssystem Deutschlands aufgefangen, teilte die Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS) am Montag mit.

Probleme sieht die KSS auch in der Ausgestaltung des Sommersemesters. „Das Semester darf nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet werden. Alle Prüfungsfristen und automatischen Nichtbestehensregelungen sind auszusetzen und um mindestens ein Semester zu verlängern“, forderte KSS-Sprecher Paul Senf.

Nach Ansicht der SPD im Sächsischen Landtag müssen Flexibilität und Solidarität das Sommersemester 2020 prägen. „Mit dem Start des heutigen Online-Vorlesebetriebs ist klar: Studierenden, Lehrenden und Forschenden dürfen aus diesem Sommersemester keine Nachteile erwachsen“, erklärte SPD-Hochschulexperte Holger Mann.

Mehr als 100.000 Studierende in Sachsen

„Klar ist: Das Sommersemester sollte nicht auf die Fachstudienzeit angerechnet werden. Es soll so viel Lehre wie möglich angeboten werden, jedoch dürfen Studierenden keine Nachteile entstehen“, betonte Mann: „Das bedeutet unter anderem: Die Anpassung von Fristen, größtmögliche Flexibilität bei Leistungsnachweisen, ein Nachteilsausgleich bei Online-Kursen sowie die Nichtanrechnung des Sommersemesters 2020 bei Höchstdauern und der Regelstudienzeit.“

Aber auch für Forscher und Hochschullehrer gelte es ein „Flexi-Semester“ zu organisieren, sagte Mann. Für befristete Verträge in Drittmittelprojekten, für die wissenschaftliche Qualifikation sowie bei Graduiertenstipendien sollte eine Verlängerung um sechs Monate angestrebt werden: „Um die Online-Lehre abzusichern, sollten auch im Sommersemester Honoraraufträge für Lehrbeauftragte erteilt und Verträge mit studentischen Hilfskräften geschlossen werden.“

Zuletzt hatten nach Angaben des Wissenschaftsministeriums über 100.000 Menschen in Sachsen studiert (Wintersemester 2019). Die Lehre an den sächsischen Fachhochschulen hat bereits Mitte März begonnen.

von dpa