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Mitteldeutschland Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler wird vor 220 Jahren in Thüringen geboren
Region Mitteldeutschland Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler wird vor 220 Jahren in Thüringen geboren
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22:02 26.01.2020
Das Neue Museum (1843–1855) auf der Berliner Museumsinsel gilt als bedeutendste Schöpfung des Architekten Friedrich August Stüler. Quelle: Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Mühlhausen

Er hat beeindruckende Spuren in halb Europa hinterlassen, doch seine Wurzeln liegen in Thüringen: Friedrich August Stüler. Obwohl er Bauwerke für die Ewigkeit hinterlassen hat, ist er weitgehend unbekannt.

Geboren wird er vor 220 Jahren am  28. Januar 1800 in Mühlhausen. Er stammt aus einem seit dem Mittelalter dort ansässigen Patriziergeschlecht. Vater Johann (1753–1821) studiert in Leipzig Theologie und Philosophie, leitet später unter anderem das Mühlhäuser Gymnasium und ist seit 1789 mit Johanna Friedericke Henriette Reinhold (1773–1827) verheiratet, mit der er sieben Kinder hat.

Nach einer Lehre als Feldmesser in Erfurt (1817) und Berlin beginnt Friedrich August Stüler in der preußischen Hauptstadt sein Studium als Baumeister an der Bauakademie und der Akademie der Künste. 1827 besteht er die „Conducteur-Examens-Prüfung“ für königliche Baubeamte vor einer Kommission unter Karl Friedrich Schinkel. Dieser schreibt in der Beurteilung begeistert: „Die Examinations-Arbeiten waren mit größtem Fleiß bearbeitet, vorzüglich schön gezeichnet und in jeder Beziehung lobenswerth. Der Candidat ist zu einer Königlichen Baubeamten Stelle vorzüglich qualificirt.“

Schinkel fördert seinen Meisterschüler, schickt ihn auf Reisen nach Italien und Frankreich. 1834 heiratet Stüler in Aschaffenburg die Freiin Caroline von Mieg (1807–1888), Tochter des Bayerischen Finanzministers Arnold von Mieg. Sechs Kinder entspringen der sehr harmonischen Ehe. Dem Organisationstalent seiner Frau ist es geschuldet, dass Stüler diese Vielzahl an Projekten in seinem Leben vollenden kann.

Auswahl bedeutender Bauten von Friedrich August Stüler

Der große Durchbruch startet mit zwei Todesfällen: Schinkel (1841) und König Friedrich Wilhelm III. (1840). Dessen Sohn Friedrich Wilhelm IV. ernennt Stüler 1842 zum „Architekten des Königs“. Ab da entstehen bis heute bewunderte Bauwerke und Entwürfe von Sankt Petersburg und Königsberg bis Budapest, Stockholm und Köln.

Als seine bedeutendste Schöpfung gilt das Neue Museum in Berlin – damit gelang ihm der Durchbruch zu einem Architekten von europäischer Bedeutung. Allein über 300 Kirchen werden unter ihm neu- oder ausgebaut. Mit seinem Kollegen Gottfried Semper erweckt Stüler das Schweriner Schloss zum Leben.

Stülers wichtigstes Bauwerk in Thüringen ist sicher der Marstall in Altenburg, in Sachsen verwirklicht er sich – abgesehen von Schulbauten in Görlitz – hingegen kaum. Wer weiß, wie Europa heute aussehen würde, wäre Stüler nicht am 18. März 1865 in Berlin zeitig an einem Schlaganfall gestorben.

Mehr gibt es unter anderem im Buch von Gerd Kley und Thomas Brandt: „Der preußische Hofarchitekt Friedrich August Stüler und sein wichtigstes Werk in Thüringen – Der Herzogliche Marstall zu Altenburg“; S. Sell Heimat-Verlag Altenburg; 16 Euro, ISBN: 987-3-938777-36-7.

Auswahl bedeutender Bauten und Entwürfe

Überregional

Neues Museum in Berlin

Pläne zum Wiederaufbau des Winterpalais in Sankt Petersburg

St. Peter und Paul auf Nikolskoje in Berlin-Zehlendorf

Umbau des Moskowitersaalsim russischen Königsberg

Wiederaufbau Schloss Stolzenfels (Koblenz)

Palais Liebermannneben dem Brandenburger Tor (zerstört)

Neubau Universitätin Königsberg

Stüler-Bau des Königlichen Schlosses in Breslau (zerstört 1945)

Oberstes Geschossim Düsseldorfer Schlossturm

Schwedisches Nationalmuseum in Stockholm

Schloss der Fürsten Radolinin Jarotschin (Polen) in der Nähe von Posen.

Schweriner Schloss(mit Gottfried Semper, Georg Adolf Demmler und Ernst Friedrich Zwirner)

Burg Hohenzollern (Baden-Württemberg)

Wallraf-Richartz-Museum, Köln (zerstört)

Trinitatiskirche in Köln

Neues Rathausin Breslau

Brandenburger Tor in Königsberg

Neue Synagogein Berlin

Akademie der Wissenschaftin Budapest

Alte Nationalgaleriein Berlin

Regional

Entwurf zur St. Dionysius-Kirche in Hundeshagen (Eichsfeld)

Wiederaufbau der Dorfkirche in Parchen (Sachsen-Anhalt)

Wiederaufbau Lutherhaus Wittenberg

Schloss Arendsee(Uckermark)

Dorfkirche und Neugestaltung von Schloss Basedow

Entwürfe für Schlosskirche und Orangerie in Putbus ­(Rügen, mit Johann Gottfried Steinmeyer)

Jagdschloss Letzlingenund Schlosskirche (Altmark)

Friedenskirchein Potsdam

Planungen zur Sanierung der Marienkirche in Mühlhausen

Belvedere auf dem Pfingstberg, Potsdam

Kirche in Caputh

Ida-Denkmal und Entwurf zum Marstall in Bad Liebenstein (Wartburgkreis)

Torhaus Landesschule Pforta (Burgenlandkreis)

Triumphtor am Mühlenberg, Potsdam

Orangerie in Potsdam

Grabdenkmal für General Karl von Müffling im Brühler Garten in Erfurt

Grabmal des Grafen Anton zu Stolberg-Wernigerode auf dem Familien-Friedhof in Wernigerode.

Marstall in Meiningen (mit August Wilhelm Döbner)

Von Martin Pelzl

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