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Mitteldeutschland Sächsisches Gericht bestätigt Kopfnoten – Schüler-Klage abgewiesen
Region Mitteldeutschland Sächsisches Gericht bestätigt Kopfnoten – Schüler-Klage abgewiesen
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17:34 06.05.2019
In Sachsen wird es auch weiterhin Noten für Betragen, Fleiß, Mitarbeit und Ordnung geben. (Archivfoto) Quelle: dpa
Leipzig

Die Klage eines sächsischen Oberschülers gegen Kopfnoten auf seinem Abschlusszeugnis ist vom Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen abgelehnt worden. Wie es im Urteil heißt, sei die Benotung von Betragen, Fleiß, Mitarbeit und Ordnung kein erheblicher Eingriff in das Grundrecht auf freie Wahl des Berufs oder eine Ausbildungsstelle. Vielmehr komme den „Kopfnoten in einem Zeugnis im Vergleich zu den Noten für die Leistungen in den einzelnen Fächern ein deutlich geringerer Stellenwert zu.“ Entsprechend seien diese nicht relevant für den weiteren Bildungs- und Berufsweg und würden sich auch nicht negativ auf diesen auswirken.

Der aus Radeberg stammende Oberschüler hatte zusammen mit seinen Eltern gegen Kopfnoten auf seinem Abschlusszeugnis der 9. Klasse geklagt, weil diese seine Bewerbungschancen unter Umständen mindern würden. Das Verwaltungsgericht in Dresden gab dem Jugendlichen ursprünglich Recht und verwies dabei unter anderem auf das Sächsische Schulgesetz, in dem Kopfnoten nicht als Norm festgelegt wurden. Mit der jetzt getroffenen Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Bautzen ist das Dresdner Urteil aber hinfällig.

Piwarz: Schule hat Erziehungsauftrag

Sachsens Bildungsminister Christian Piwarz (CDU) sah sich am Montag bestätigt: „Eine Bewertung der sozialen Kompetenzen von Schülern hat für mich nie zur Disposition gestanden. Schule hat auch einen Erziehungsauftrag. Schon allein deshalb ist eine Einschätzung der sozialen Kompetenzen von Schülern nicht nur legitim, sondern zwingend notwendig“, sagte der Unionspolitiker.

Die Landtagsabgeordnete Petra Zais (Grüne) fragte sich allerdings, wozu Noten mit „geringerem Stellenwert“ überhaupt notwendig sind: „Ich habe Verständnis für den Kläger. Entweder sind Noten wichtig für die Beurteilung. Dann sollten sie auch durch den Gesetzgeber und nicht durch die Verwaltung geregelt werden“, sagte die Grünen-Politikerin. Wenn einzelne Noten dagegen weniger wichtig seien, dann sei die Frage, wozu und auf welcher Grundlage sie erteilt werden, mehr als berechtigt. „Mit Blick auf die Berufswahl könnte das dann auch andere Fächer betreffen", so Zais.

Friedel bezweifelt „reale Basis des Urteils“

Für die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Friedel ist die Kopfnoten-Debatte nur die Spitze eines Eisbergs: „Ob das Gericht da wirklich auf einer realen Basis argumentiert, kann man zumindest bezweifeln.“ Ihren Angaben zufolge halte beispielsweise Leipzigs IHK-Chef Thomas Hofmann Kopfnoten als Auswahlkriterium für sehr sinnvoll. „Auch die regelmäßigen Ausbildungsbefragungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages zeigen, wie wichtig den Arbeitgebern soziale Kompetenzen im Vergleich zu Fachnoten sind“, so Friedel am Montag.

Die Sozialdemokratin interpretiert einen Satz im OVG-Urteil, der sich auf „Klärung im Hauptsacheverfahren“ bezieht als „Hintertürchen“ der Richter. „Sollte sich dort erweisen, dass die Unternehmen den Kopfnoten doch höhere Bedeutung zumessen, als das OVG glaubt, dann geht es ans Eingemachte: Denn dann braucht es auch für solche Noten objektivierbare Bewertungsmaßstäbe, ähnlich wie es sie in Mathematik, Biologie oder Chemie gibt - damit die Bewertung der Schüler nicht ‚nach Nase‘ erfolgt“, sagte Friedel.

Von Matthias Puppe

Kopfnoten in Schulzeugnissen sind als zulässig erklärt worden. Das entschied das Sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen am Montag.

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