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Mitteldeutschland Sächsische Automatenvielfalt: Bratwürste, Räucherkerzen und sogar Blumen
Region Mitteldeutschland Sächsische Automatenvielfalt: Bratwürste, Räucherkerzen und sogar Blumen
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13:57 10.06.2019
Kondome, Zigaretten oder Kaugummis aus dem Automaten sind nichts ungewöhnliches. Bratwürste hingegen schon. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Dresden

Zigaretten, Snacks und Blumen: Wenn die Läden zu sind, bleibt Kaufwilligen oft nur noch der Gang zum Automaten an der Straßenecke oder im Bahnhof. Das große Geld verdienen die Betreiber solcher Warenautomaten meist nicht, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist ein Nieschengeschäft“, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Warenautomatenaufsteller, Thomas Witt. Die Automaten müssten immer wieder befüllt werden. Das sei aufwendig und binde Mitarbeiter.

Steaks und Rostbratwürste aus dem „Schemppomat“

Wie viele Warenautomaten in Sachsen stehen und hängen, vermochte Witt nicht zu sagen. Besonders oft seien Kondom-Automaten, Automaten für Kaugummis, Spielzeug, Süßigkeiten, Zigaretten. „Die roten Kaugummi-Automaten sind schon fast ein Kulturgut.“

„Es ist mehr ein zusätzlicher Service“, sagte der Chef der Land- und Wildfleischerei Schempp in Tauscha (Kreis Meißen), der 30-jährige Christoph Schempp. 2016 hat er den ersten von mittlerweile drei „Schemppomaten“ aufgestellt. In ihnen werden vor allem marinierte Steaks und Rostbratwürste für den sommerlichen Grillabend angeboten.

In einem Automaten in Volkersdorf nahe Dresden an einem Campingplatz gibt es für die Camper auch Snacks, Bockwurst und Knacker. Jetzt will Schempp Fertiggerichte testen: Gulasch, Nudeln mit Bolognese, Eintöpfe. Ein großes Geschäft seien die Automaten nicht, sagte Schempp. „Aber vielleicht kommt dann der eine oder andere Kunde doch noch in unseren Laden, der sonst nicht gekommen wäre.“

Blumen, Düfte, Milch

Seit 1991 gibt es am Gartenfachmarkt Richter im Chemnitzer Kaßberg-Viertel einen Blumenautomaten. Wer für eine Familienfeier den Blumenstrauß vergessen hat, kann sich dort bedienen. „Vor allem an Feiertagen und an Wochenenden wird der Automat rege genutzt“, sagte Firmeninhaber Andreas Richter. Besonders nach Feiertagen sei er oft leergekauft.

„Dr Karzlmat“ oder auch „Neidarfer Weihrichkarzlmat“ hängt schon seit 2008 in Neudorf im Erzgebirge an der Außenmauer der Firma des Räucherkerzenherstellers Jürgen Huss, dem Dreiseitenhof „Zum Weihrichkarzl“. Der umfunktionierte Zigarettenautomat hält für Freunde angenehmer Düfte verschiedene Sorten Neudorfer Räucherkerzen bereit. „Dr waltweit arschte Weihrichkarzlmat“ wird nach Angaben des Firmenchefs „gut angenommen“.

Ein Kundin am Milchautomaten Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Von Landwirtschaftsbetrieben werden oft auch Milch, Eier und Käse in Automaten angeboten. Laut dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie gibt es in Sachsen landesweit etwa 45 solcher „Milchzapfstellen“.

Kaffee unangefochten an der Spitze

Laut dem Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft, der für die Nahrungsmittelautomaten zuständig ist, sind bundesweit etwa 570.300 Getränke und Verpflegungsautomaten in Betrieb. Die Branche beschäftigt etwa 15.000 Mitarbeiter. Täglich werden in Deutschland rund 13 Millionen Getränke und Snacks aus Vending-Automaten konsumiert. Der Umsatz wird mit rund 2,8 Milliarden Euro angegeben. Zahlen für Sachsen hatte der Verband nicht.

Rund 80 Prozent der Automaten stehen den Angaben zufolge in Betrieben und sind für die Versorgung der Mitarbeiter gedacht. Bei den Getränken aus dem Automaten liegt der Kaffee unangefochten an der Spitze, gefolgt von Wasser und Bier.

Eine neuere Entwicklung sind demnach die „Micro-Markets“, Mini-Supermärkte in Bürogebäuden, wo die Mitarbeiter Salate, Suppen, Joghurts aus automatisierten Kühlschränken auch für zu Hause kaufen können.

Von Jörg Schurig, dpa

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