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Mitteldeutschland Dulig plädiert für Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro
Region Mitteldeutschland

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21:42 23.07.2020
In der Gastronomie werden besonders niedrige Löhne gezahlt. (Archivbild) Quelle: Caroline Seidel/dpa
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Leipzig

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat sich für eine Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro pro Stunde ausgesprochen. Entsprechende Vorgaben für die Mindestlohnkommission hatte Bundesarbeitssminister Hubertus Heil (SPD) am Donnerstag formuliert. „Es ist zuallererst eine Frage des Respekts vor der Arbeit, die Menschen tagtäglich leisten. Viele von ihnen haben während der Corona-Pandemie Applaus erhalten, die folgerichtige Fortsetzung ist eine bessere Entlohnung“, sagte Dulig. Zudem sei eine Anhebung auch wirtschaftlich sinnvoll, da die Kaufkraft betroffener Beschäftigten und ihrer Familien wachsen würde.

Dulig - SPD-Chef in Sachsen und zugleich Ostbeauftragter seiner Partei - verwies auf das Betriebspanel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Demnach hatte die Erhöhung des Mindestlohns 2019 in Sachsen 18 Prozent aller Betriebe und 5 Prozent aller Beschäftigten tangiert. In 40 Prozent der betroffenen Betriebe führte die Mindestlohnerhöhung zu höheren Löhnen bei mindestens der Hälfte der Beschäftigten. In diesen Betrieben verdiente also mehr als die Hälfte der Mitarbeiter zuvor weniger als 9,19 Euro.

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Sachsen verdienen im Schnitt 16,41 Euro (brutto)

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst im April 2018 in Ostdeutschland bei 16,27 Euro und in Westdeutschland inklusive Berlin bei 19,84 Euro. In Sachsen waren es 16,41 Euro.

Auch die sächsische AfD forderte am Donnerstag einen angemessenen Mindestlohn. „Wenn mehr als jeder Dritte in den Neuen Bundesländern weniger als zwölf Euro verdient, so ist das ein beunruhigender Befund, da diese Arbeitnehmer dazu verdammt sind, von der Hand in den Mund zu leben“, sagte AfD-Chef Jörg Urban. Man brauche gut bezahlte Jobs in der Industrie und in Dienstleistungsberufen.

Nach Ansicht der Linken muss der Mindestlohn 13 Euro betragen. „Wer in Vollzeit arbeitet, muss sich und die Familie ernähren und im Alter oberhalb der Armutsgrenze leben können. Das ist nicht zu viel verlangt“, erklärte der Landtagsabgeordnete Nico Brünler.

Von dpa