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Mitteldeutschland Sachsens Parteien verlieren Mitglieder – nur die Grünen legen zu
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Sachsens Parteien verlieren Mitglieder – nur die Grünen legen zu

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09:06 23.01.2021
Die Grünen vermeldeten 2020 einen neuen Mitgliederrekord.
Die Grünen vermeldeten 2020 einen neuen Mitgliederrekord. Quelle: Fabian Sommer/dpa
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Dresden

Zu Beginn des Bundestagswahljahres kämpfen fast alle politischen Parteien in Sachsen weiter gegen den Mitgliederschwund. Allerdings hat sich der Rückgang abgeschwächt, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei Parteizentralen ergab. Doch es gibt Ausnahmen: Die SPD verliert deutlich und die Grünen sind die einzige Partei mit einem Mitglieder-Plus.

Gewinner: Die Grünen

Die Grünen sind die Gewinner. Binnen Jahresfrist ist die Mitgliederzahl bis Ende Dezember 2020 von 2664 auf 2871 auf einen neuen Höchststand gestiegen. Seit 2016 habe sich der Mitgliederbestand fast verdoppelt, sagte Landesvorstandssprecher Norman Volger. Immer mehr Menschen seien bereit, sich für ein weltoffeneres, ökologischeres und gerechteres Sachsen zu engagieren. „Unser Ziel für das Wahljahr 2021 ist das beste bündnisgrüne Bundeswahlergebnis aller Zeiten - in Sachsen und bundesweit“, gab er die Richtung vor.

CDU weiter stärkste Partei

Rund 100 Mitglieder sind der CDU im vergangenen Jahr verloren gegangen. Dennoch war sie mit 10.200 Mitgliedern weiter die stärkste Partei in Sachsen. Laut Pressesprecher Paul Schäfer gab es im Durchschnitt monatlich 35 Neueintritte. Das sei zwar mehr als Mitglieder der Partei den Rücken kehrten. Doch zusammen mit den Sterbefällen überstiegen die Abgänge die Neueintritte.

Welchen Einfluss möglicherweise die Wahl Armin Laschets zum neuen Bundesvorsitzenden auf die Mitgliederentwicklung der sächsischen CDU hat, lässt sich laut Schäfer noch nicht sagen. Aktuell würden keine ungewöhnlichen Veränderungen beobachtet.

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Den Linken sterben Mitglieder weg

Mit einem Rückgang vor allem infolge von Sterbefällen hatte immer auch Die Linke in Sachsen zu kämpfen. Mit gut 7400 Mitgliedern ist sie zumindest gemessen an der Mitgliederkartei die zweitstärkste Partei in Sachsen. Vor zwölf Monaten waren es jedoch noch 295 Mitglieder mehr, ein Minus von rund 3,8 Prozent.

„Wir haben nach wie vor einen demographischen bedingten leichten Rückgang der Mitgliederzahlen, der jedoch zunehmend langsamer wird“, sagte Parteisprecher Tilman Loos. „Zudem sinkt seit 2012 das Durchschnittsalter in unserem Landesverband kontinuierlich.“ Von den neuen Mitgliedern des vergangenen Jahres seien drei Viertel jünger als 35 und jeder zweite jünger als 27 Jahre gewesen. Die Mitglieder freuten sich auf den anstehenden Bundestagswahlkampf. „Wir erwarten im Wahljahr verstärkt Eintritte, weil die Frage der Verteilungs-Gerechtigkeit im Corona-Wahljahr eine große Rolle spielen wird.“

SPD schrumpft das zweite Jahr in Folge

Nach einer Zeit stetigen Wachstums ist es bei der SPD 2020 mit einem Rückgang von 4906 auf 4718 schon das zweite Jahr in Folge bergab gegangen. Und der Trend setzte sich zum Jahresbeginn 2021 fort, Mitte Januar waren es laut Geschäftsstelle noch 4695 Mitglieder. Das ist etwa der Stand von Ende 2017. 2018 war die Partei mit 4982 Mitgliedern schon nah an der Marke von 5000. Davon ist sie nun wieder weit entfernt. Ende 2015 zählte die Partei 4268 Mitstreiter. Eine Ursache für den jetzigen Rückgang sei nicht bekannt, sagte eine Parteisprecherin.

AfD und FDP konstant

Bei der AfD ist der Stand von 2644 Mitgliedern etwa konstant geblieben. Im vergangenen Jahr hatte die Partei nach eigenen Angaben noch um etwa 200 auf rund 2600 zugelegt. Das vergleichsweise bescheidene Wachstum jetzt erklärte ein Parteisprecher unter anderem damit, dass etwa 250 Menschen, die trotz Aufforderung über mehrere Jahre ihren Mitgliedsbeitrag schuldig geblieben seien, „aussortiert“ worden seien.

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Auch die FDP, die aktuell nicht im Landtag vertreten ist, tritt weiter auf Stelle. Die aktuell rund 2050 Mitglieder sind laut Landesgeschäftsführer Michael Gerhard etwa 50 weniger als Ende 2019. Vor allem „die Kemmerich-Geschichte“ in Thüringen habe einige Mitglieder gekostet. Der FDP-Politiker war im Februar 2020 auch mit AfD-Stimmen zum Ministerpräsidenten des Nachbarlandes gewählt worden. Nach Protesten hatte er kurz darauf seinen Rücktritt angekündigt. Der Mitgliederstand in Sachsen könne aber in etwa gehalten werden, sagte Gerhard: Es lägen noch 55 Aufnahmeanträge vor.

Von dpa