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Mitteldeutschland Sachsens Manager vertrauen eher Chinesen als Briten
Region Mitteldeutschland Sachsens Manager vertrauen eher Chinesen als Briten
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18:17 19.06.2019
So antworteten sächsische Unternehmer auf die Frage: Wie bewerten Sie die aktuellen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in den folgenden Ländern? (Angaben in Prozent) Quelle: Quelle: Commerzbank
Dresden

China hat sich als verlässlicher Handelspartner nach vorn gearbeitet. Sächsische Mittelständler folgen dem Bundestrend und vertrauen der Volksrepublik inzwischen mehr als zum Beispiel den USA, Italien und Großbritannien.

Das ist eines der Ergebnisse einer Umfrage der Commerzbank, für die das Meinungsforschungsinstitut Forsa zu Jahresbeginn bundesweit 2000 Manager befragt hat – 104 davon in Sachsen.

Präferenzwechsel

Danach schätzen 23 Prozent der hiesigen Führungskräfte die wirtschaftspolitischen Bedingungen in China als gut oder sehr gut ein. Davor behauptet sich zwar noch Frankreich mit 28 Prozent, aber die USA und Italien mit jeweils 13 Prozent sind ebenso abgeschlagen wie (sanktionsbedingt) Russland mit 11 und Großbritannien mit 3 Prozent. „So ein Präferenzwechsel wäre vor drei Jahren absolut undenkbar gewesen“, erklärte am Mittwoch in Dresden Burkhard von der Osten, als Commerzbankmanager zuständig für die Mittelstandsbank Mitte/Ost.

Blick auf Wachstumsregionen lenken

Der Dresdner Banker bescheinigt dem Mittelstand des Freistaats zwar Interesse an Internationalisierung, sieht aber bei lediglich 33 Prozent, die Waren ins Ausland exportieren, „viel Luft nach oben“. Zumal die überwiegende Mehrheit in den Euroraum liefere und sich damit von den Boomregionen Asien und Afrika abschneide.

Gründe für die Zurückhaltung bei den Exporten ergeben sich der Studie zufolge aus politischen wie wirtschaftlichen Unwägbarkeiten. Weltweite Handelskonflikte, der Brexit, neue Krisenherde lassen Firmen zögern, neue Märkte zu erschließen, so von der Osten. Gut die Hälfte der hiesigen Unternehmer (57 Prozent) erwartet mit Blick auf die Krisen in den kommenden zwei Jahren zudem, dass sich die Konjunktur eintrübt.

Aber auch die hausgemachten Themen lösen Sorgen aus: 48 Prozent der Firmen im Freistaat rechnen mit negativen Auswirkungen der Dieselkrise auf die eigene Geschäftstätigkeit. 45 Prozent sehen negative Folgen des Klimawandels. Und die europäische Regelwut halten viele ohnehin für bremsend.

„Made in Germany“ weltweit gefragt

Doch trotz unsicherer Gemengelage steht Internationalisierung für viele Unternehmer auf der Agenda. Zum einen, weil Produkte „Made in Germany“ auf dem Weltmarkt einen guten Ruf haben, zum anderen, weil die Digitalisierung beste Chancen bietet, sich auch in fernere Regionen der Welt vorzuwagen und Absatzmöglichkeiten auszuschöpfen, so von der Osten.

In Sachsen setzen 67 Prozent der Betriebe ihre Waren ausschließlich in Deutschland ab, 32 Prozent liefern Waren oder Dienstleistungen in den Euroraum (ohne Deutschland). Es gehen natürlich auch Waren aus Sachsen in andere Kontinente – doch bei den Exporten liegt der Freistaat immer unter Bundesdurchschnitt.

Weg vom tüftelnden Garagenschrauber

„Das hat auch mit der Größe zu tun“, erklärt Bankmanager von der Osten. Natürlich könne sich ein kleiner Mittelständler mit 50 Angestellten nicht wochenlang in Asien um Kunden kümmern. Ein möglicher Weg, trotzdem langfristig vom dortigen Wachstum zu profitieren, wären die jüngst empfohlenen Zusammenschlüsse. „Größere Marktteilnehmer haben einfach mehr Potenzial, mehr Erfahrung, mehr Schlagkraft – die Sachsen müssen weg vom tüftelnden Garagen-Schrauber hin zum Netzwerker“, forderte von der Osten. „Wenn Deutschland schwächelt, haben alle ein Problem, die nicht auch im Ausland aktiv sind“. Das sei – ebenso wie die Digitalisierung – in Sachsen ganz klar ein Thema der nächsten Generation.

Von Barbara Stock

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