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Mitteldeutschland Sachsens Gesundheitsministerin appelliert an Bürger – 700.000 Schutzmasken bestellt
Region Mitteldeutschland Sachsens Gesundheitsministerin appelliert an Bürger – 700.000 Schutzmasken bestellt
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15:28 18.03.2020
Petra Köpping (SPD), Sozialministerin von Sachsen. (Archivfoto) Quelle: Robert Michael/dpa
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Dresden

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat die Bürger im Freistaat in der Corona-Krise dazu aufgerufen, die getroffenen Beschränkungen konsequent und wohlüberlegt einzuhalten. „Ich appelliere an alle Menschen in unserem Land: Unterlassen Sie jeglichen Körperkontakt! Halten Sie Abstand, achten Sie auf Hygiene! Vermeiden Sie öffentliche Zusammenkünfte“, erklärte Köpping am Mittwoch in Dresden. Denn kein Krisenplan werde allein weitere Ansteckungen verhindern und auch kein Krisenstab die Ausbreitung der Pandemie verlangsamen. „Die aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens helfen dabei, diese Krise zu bewältigen“, so die Sozialdemokratin weiter.

„Je stärker wir unser gesellschaftliches Zusammenleben ab sofort einschränken, umso mehr Leben werden wir retten“, so Köpping weiter. Sachsens Gesundheitssystem sei zwar gut aufgestellt, allerdings bestehe für Menschen mit Vorerkrankungen und in hohem Alter aufgrund der Anfälligkeit bei diesem Virus eine besondere Lebensgefahr.

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Täglich 1400 Tests – Kapazitäten werden ausgebaut

Entgegen der Befürchtungen, es könnten Engpässe bei den Corona-Tests im Freistaat geben, erklärte Köpping, die vorhandenen Kapazitäten sollen in den kommenden Tagen sogar noch erhöht werden. „Momentan können in Sachsen täglich circa 1.400 Test durchgeführt werden. Das sind bereits 500 Tests mehr als noch letzte Woche. Diese Kapazitäten werden weiter ausgebaut“, so Köpping am Mittwoch. Ziel sei es, gemeinsam mit Bund und Ländern die Kapazitäten „für die Zeit nach den Beschränkungsmaßnahmen nach Ostern soweit aufzustocken, dass wir in der Lage sind, das normale Leben auch wieder gewährleisten zu können.“

Trotz aller Vorsorge warnte die Staatsministerin aber auch: „Wichtig ist natürlich auch, dass wir alle die Nerven behalten und keine Hysterie entsteht. Aber das eben Gesagte ist alles keine Hysterie. Das ist Wissenschaft. Und es sind nachdrückliche Empfehlungen Ihrer Gesundheitsministerin zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger.“

700.000 Schutzmasken wurden bestellt

Wie es weiter hieß, habe das Gesundheitsministerium inzwischen auch weitere Schutzmasken und dringend benötigte Hilfsmittel organisieren können. Insgesamt 700.000 Schutzmasken seien in Auftrag gegeben worden, „die voraussichtlich schon in wenigen Tagen geliefert werden können“, so Köpping. Es sei kaum möglich, alle Bedarfe zugleich zu befriedigen. „Aber an den dringenden Stellen, da wo Patienten aufschlagen - in den Krankenhäusern, in den Gesundheitsämtern werden wir einen Beitrag leisten“.

Sachsens Notfall-Kapazitäten

Laut Gesundheitsministeriums verfügt Sachsen aktuelle über folgende Notfall-Kapazitäten:

  • Beatmungsplätze in Allgemeinkrankenhäusern: 947 reguläre + 157 zusätzliche.
  • Beatmungsplätze in Fachkrankenhäusern: 247 reguläre + 44 zusätzliche. (Diese sind allerdings vorwiegend für Patienten mit anderen Krankheitsarten vorgesehen, zum Beispiel in Herzzentren)
  • Darüber hinaus gibt es laut Ministerium weitere 23 reguläre sowie zwei zusätzliche Beatmungsplätze im Freistaat.

Von Matthias Puppe