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Mitteldeutschland Dritte Prioritätsstufe: Sachsen will Personenkreis für Corona-Impfungen erweitern
Region Mitteldeutschland

Sachsen will Personenkreis für Corona-Impfungen erweitern

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17:45 15.04.2021
Sachsen will den Personenkreis der Berechtigten für eine Corona-Schutzimpfung in der kommenden Woche weiter öffnen.
Sachsen will den Personenkreis der Berechtigten für eine Corona-Schutzimpfung in der kommenden Woche weiter öffnen. Quelle: Matthias Bein
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Sachsen will den Personenkreis der Berechtigten für eine Corona-Schutzimpfung in der kommenden Woche weiter öffnen. Das gab Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) am Mittwoch bei einer Video-Konferenz mit Vertretern unterschiedlicher Bereiche der Gesellschaft bekannt. Das soll Personen der sogenannten dritten Priorisierungsgruppe betreffen. Schon bisher konnten sich aus dieser Gruppe Menschen im Alter ab 60 für eine Impfung anmelden. Künftig soll das auch für andere möglich sein. Details wurden nicht genannt. Im Vogtland, seit langem einer der bundesweit größten Hotspots der Pandemie, ist die Priorisierung bereits aufgehoben.

Zur dritten Prioritätsstufe gehören unter anderem Soldaten, Polizisten, Feuerwehrleute, Mitarbeiter „kritischer Infrastruktur“ etwa im Bestattungswesen, im Transport- und Verkehrswesen, in der Ernährungswirtschaft oder auch in der Kinder- und Jugendhilfe. Kretschmer hoffte in der Diskussionsrunde, dass Schulen von einer Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes ausgenommen werden. Er ließ offen, ob Sachsen dem Gesetz andernfalls die Zustimmung verweigern wird.

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Christoph Josten, medizinischer Vorstand des Uniklinikums Leipzig, mahnte in der Runde mit eindringlichen Worten. Die Situation sei deutlich dramatischer als die meisten annehmen. Es seien noch nie so viele junge Menschen auf der Intensivstation gelandet wie jetzt, sagte der Mediziner und verwies auf die Altersgruppe der 20- bis 40- Jährigen: „Wir sind in einer besonderen Gefahrenlage.“ Derzeit habe bundesweit kein Krankenhaus eine solche Belastung wie das Klinikum Chemnitz. Das hänge vor allem mit der hohen Zahl britischer Virus-Varianten im benachbarten Tschechien zusammen. Man sei auf den Intensivstationen „am Ende“.

Josten sprach sich für eine noch umfassendere Änderung der Impfpriorisierung aus. Die Infektionen würden vor allem im privaten Bereich stattfinden. „Insofern ist es wichtig, die Mobilität zu reduzieren.“ Es gehe darum, die Gruppe mit der größten Mobilität zu impfen - die Gruppe der 20 bis 40-Jährigen. Zugleich warb Josten für einen klaren „Cut“ - eine nochmalige Verschärfung bestehender Regeln.

Intensivstationen seien mehr und mehr überlastet

Kretschmer hatte zu Beginn der Runde, die auf Vorschlag des Delitzscher Oberbürgermeisters Manfred Wilde (parteilos) zusammenkam, erneut an das Verantwortungsgefühl der Menschen appelliert: „Es liegt an uns allen.“ Eine kleine Veränderung im Verhalten könne große Auswirkungen bringen. Die Intensivstationen seien mehr und mehr überlastet. Es gehe darum, das Verständnis in der Bevölkerung für Schutzmaßnahmen zu erhöhen. Es könne jetzt nicht darum gehen, weitere Bereiche zu öffnen, sondern erst einmal zurückzufahren.

„Deutschland wollte zu viel auf einmal in zu kurzer Zeit. Das ist die Erfahrung aus dem März“, zog Kretschmer ein Fazit. Die Lage sei entglitten, das ganze Land bis auf wenige Ecken inzwischen dunkelrot eingefärbt, sagte Kretschmer mit Blick auf die Karten zum Infektionsgeschehen in Deutschland.

Von RND/dpa