Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Rückkehr in Sachsens Klassenzimmer – doch nicht alle sind glücklich
Region Mitteldeutschland

Sachsen: Rückkehr ins Klassenzimmer - „Vor allem die Jüngeren sind happy“

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:32 31.05.2021
In einer Grundschule schreibt eine Lehrerin Worte an die Tafel, die „Sp“ beginnen.
In einer Grundschule schreibt eine Lehrerin Worte an die Tafel, die „Sp“ beginnen. Quelle: Sebastian Gollnow
Anzeige
Leipzig

In Sachsen sinken die Infektionszahlen und damit sind weitere Lockerungen möglich. Wie das Kultusministerium mitteilte, können die Schulen in Sachsen an diesen Montag damit wieder zur Normalität zurückkehren und im Regelbetrieb starten. Während das auf große Zustimmung beim Landesschülerrat stößt, gibt es auch Kritik.

Wie das Ministerium am Freitag mitteilte, gibt es ab diesen Montag keine Region mehr, in der Schulen und Kitas noch geschlossen bleiben müssen. In der Stadt Leipzig und im Landkreis Vogtland ist der Präsenzunterricht für alle Schülerinnen und Schüler wieder möglich. Zudem kann das Erzgebirge als letzter Kreis in Sachsen in den Wechselunterricht zurückkehren.

Minister Piwartz: Entwicklung kommt schneller als erwartet

Eine erfreuliche Entwicklung sei das, so Kultusminister Christian Piwarz (CDU), die schneller komme als erwartet. Die Regelungen zum Ablauf der Abschlussprüfungen blieben davon unberührt. Auch in Kindertageseinrichtungen sei wieder ein Regelbetrieb entsprechend der pädagogischen Konzepte möglich.

Wir freuen uns riesig“, hieß es beim Landesschülerrat. „Vor allem die Jüngeren sind happy, dass sie wieder in die Schule dürfen“, sagte Vorsitzende Joanna Kesicka der LVZ. Für die meisten von ihnen sei Homeoffice kein Vergnügen gewesen. „Viele Jüngere kommen mit dem selbstständigen Lernen einfach nicht zurecht. In ländlichen Gegenden gesellt sich dann noch das technische Problem hinzu. Wo die Netze nicht ausgebaut sind, kann man auch das Internet nicht richtig nutzen.“ Sich mit Freunden treffen, in der Hofpause austauschen – „was Monate fehlte, ist nun endlich wieder möglich“.

Kommunikation des Kultusministeriums sei „haarsträubend“

Die Freude teile man, heißt es beim sächsischen Philologenverband. Die Rückkehr aus dem Homeoffice oder dem Wechselunterricht sei für Schüler und Schülerinnen unbestritten ein Gewinn. „Allerdings stören wir uns an der haarsträubenden Kommunikation des Kultusministeriums“, so Verbandschef Thomas Langer. „Man kann doch nicht am Freitagnachmittag ankündigen, dass Montag alles wieder offen hat. Die Schulleitungen brauchen doch etwas Vorlauf. Da muss doch einiges organisiert und umgeplant werden.“

Die mündlichen Abiturprüfungen liefen noch bis kommenden Freitag. Da seien viele Lehrer fest eingeplant. „Es ist nicht schön, wenn die ersten Stunden, die in vollen Klassen abgehalten werden, Vertretungs- oder Ausfallstunden sind. Ein voller Schulbetrieb lässt sich nicht wiederherstellen, indem man einfach den Schalter umlegt.“ Er hoffe, dass nicht alle ihren Frust bei den Lehrern abladen, „wenn es nicht so läuft, wie man sich das im Ministerium denkt“.

In einigen Schulen wird es ihrer Meinung nach früher, in anderen erst später klappen, glaubt Uschi Kruse, Landeschefin der Bildungsgewerkschaft GEW. Mit Kritik halte sie sich zurück. Beim Blick auf die seit Tagen fallenden Inzidenzzahlen komme die Entwicklung nicht überraschend. Auch sie rät zu Nachsicht, sollte es anfangs etwas hapern.

Von Andreas Dunte

31.05.2021
31.05.2021