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Mitteldeutschland Kinderarmut zeigt sich vor allem zu Weihnachten
Region Mitteldeutschland Kinderarmut zeigt sich vor allem zu Weihnachten
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08:16 22.12.2018
Weil ihre Eltern als Hartz IV-Empfänger mit jedem Euro rechnen müssen, fallen die Geschenke für Kinder meist kleiner aus. Quelle: dpa/Rolf Vennenbernd
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Dresden

Für Zehntausende Kinder in Sachsen dürften am Heiligabend nicht alle Wünsche in Erfüllung gehen. „Besonders zu Weihnachten spüren viele Kinder, dass sie in ärmlichen Verhältnissen aufwachsen müssen“, sagte Linke-Politikerin Sabine Zimmermann mit Blick auf die Festtage. Denn für arme Eltern sei es ungleich schwerer, ihren Kindern ein schönes Weihnachtsfest zu bescheren: „In diesen Familien werden auch dieses Jahr die Augen der Kleinen aus Vorfreude nicht glänzen, weil sie nichts Besonderes zu erwarten haben. Kinderarmut ist und bleibt einer der größten Skandale in einem der reichsten Länder der Erde.“

Zahlen rückläufig, aber immer noch hoch

Nach einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit ging die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die in sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben, in den vergangenen Jahren bis auf wenige Ausnahmen zwar zurück. Allerdings ist die Gesamtzahl noch immer hoch. In Sachsen waren es im Juni dieses Jahre 90.421 Mädchen und Jungen, fünf Jahre zuvor betraf es noch 109.880. Tausende Kleinkinder sind betroffen - in Sachsen waren es Mitte dieses Jahres 17.645.

Kindergrundsicherung gefordert

Zimmermann stellte klar, dass die schwierige Situation dieser Kinder nicht nur an Festtagen deutlich werde, sondern das ganze Jahr über. „Die Bundesregierung muss dringend ein wirkungsvolles Konzept gegen Kinderarmut vorlegen“, erklärte die Politikerin. Es gehe darum, dass soziale Leistungen Armut verhindern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. „Die Leistungen für Kinder müssen erhöht und eine eigenständige Kindergrundsicherung eingeführt werden“, bekräftigte sie eine alte Forderung der Linken. Zimmermann - Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend - hatte die Zahlen im Bundestag erfragt.

„Natürlich ist die Bekämpfung der Kinderarmut zuerst und vor allem eine Bekämpfung der Armut der Eltern“, betonte Zimmermann. Deshalb gelte es prekäre Beschäftigung wie Leiharbeit, Teilzeit und Minijobs zurückzudrängen und den Mindestlohn auf 12 Euro pro Stunde zu erhöhen. Zugleich brauche man aber bessere Angebote zur Betreuung der Kinder, vor allem in den so genannten Randzeiten.

Von RND/dpa