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Mitteldeutschland Sachsen: Corona-Krise behindert Azubi-Suche
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Sachsen: Corona-Krise behindert Azubi-Suche

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11:41 10.11.2020
Im Corona-Jahr ist die Vermittlung von Azubi-Stellen nicht leicht. (Symbolbild) Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
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Chemnitz/Dresden

Dieses Jahr haben erneut weniger Jugendliche eine Ausbildung in Sachsens Industrie und Handel begonnen. Insgesamt sank die Zahl der Ausbildungsverträge unter die 10.000er-Marke auf 9955. Das sei ein Minus von 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sagte die Geschäftsführerin Bildung der IHK Chemnitz, Gabriele Hecker, der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sind dennoch zufrieden, denn im Sommer lag das Minus noch bei 19 Prozent.“

Viele Absagen von Ausbildungsmessen und Praktika

Zum einen spiegele sich in den Zahlen der Trend wider, dass mehr Schulabgänger ein Studium anstrebten, erklärte Hecker. Andererseits seien auch die Folgen der Corona-Pandemie deutlich spürbar. So seien Ausbildungsmessen und Praktika abgesagt worden. Auch sei die Berufsberatung an den Schulen nur sehr eingeschränkt möglich gewesen. Das alles habe die Berufsorientierung der Schüler erschwert. Zwar gebe es inzwischen auch virtuelle Ausbildungsmessen. Hecker: „Das läuft bei weitem aber nicht so gut wie ein persönlicher Kontakt.“

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Die Bundesagentur für Arbeit will am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Dresden eine Bilanz des diesjährigen Ausbildungsmarktes in Sachsen ziehen. Sie hatte bereits im September konstatiert, dass die Corona-Krise die Ausbildungssuche erschwere. Damals waren noch 3900 Jugendliche in Sachsen ohne Ausbildungsplatz; dem standen 6300 freie Lehrstellen gegenüber.

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Noch mehr als 1000 freie Ausbildungsplätze

Positiv sei, dass viele Unternehmen trotz Corona-Krise weiter ausbilden, betonte Hecker. Zurzeit gebe es in den Lehrstellenbörsen der drei Industrie- und Handelskammern noch mehr als 1000 offene Angebote. Wer von den diesjährigen Schulabgängern noch ohne Lehrstelle sei, der könne es auch mit einer Einstiegsqualifizierung versuchen. Diese betrieblichen Angebote könnten später in eine Lehrstelle münden.

Viele Unternehmen richten den Blick bereits auf das kommende Ausbildungsjahr, das im Sommer 2021 beginnt. Dafür könnten sich Interessenten bereits bewerben, sagte Hecker.

Von RND/dpa

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