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Region Mitteldeutschland Sachsen-Anhalt sucht nach Fachkräften
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17:19 09.04.2019
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) regiert seit drei Jahren eine Kenia-Koalition in Magdeburg. Quelle: Bernd Settnik/dpa
Magdeburg

„Drei Jahre sind wir jetzt gemeinsam unterwegs. Und viele haben nicht erwartet, dass wir uns heute hier treffen“, schmunzelte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) gestern in Magdeburg, während er vor Journalisten einen Ausblick auf die verbliebenen beiden Jahre seiner Kenia-Koalition gab.

In den kommenden Wochen werde zunächst der Doppelhaushalt 2020/21 festgezurrt, kündigte er an. Dabei hätten sich die Rahmenbedingungen deutlich verändert. Sein Bundesland erlebe gerade einen Paradigmenwechsel, fuhr Haseloff fort. Während in der Vergangenheit die Arbeitslosigkeit eines der größten Probleme der Magdeburger Regierung war, pendelt der Quotenwert mittlerweile um die magere sieben Prozent. „Demnächst werden wir die Sechs vor dem Komma haben“, ist sich der Ministerpräsident ziemlich sicher. Soweit die gute Nachricht. Die schlechten: Der Fachkräftemangel macht auch um Sachsen-Anhalt keinen Bogen. Dazu kommt der demografische Wandel und die damit verbundenen Engpässe im Bereich der Altenpflege. Letztendlich läuft auch der Solidarpakt aus und die Förderung durch die EU wird durch die Neuausrichtung deutlich schwieriger.

Haseloff hofft deshalb – besonders angesichts der gemeinsamen Entscheidung von Porsche und Schuler, ihr Karosseriewerk in Halle zu errichten – auf mehr Industrieansiedlungen im Osten. Die Angleichung der Lebensverhältnisse in Deutschland müsse auch ganz oben auf der Agenda des Bundes stehen. „Es darf keine Deutschen erster und zweiter Klasse geben“, fordert der Ministerpräsident.

Das sieht auch Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) so, die dabei jedoch klar stellte, es „geht zentral um die Stärkung unserer ländlichen Räume“. Von denen hat Sachsen-Anhalt recht viele, etwa 80 Prozent der Bevölkerung des Bundeslandes leben dort. Dabei sei die Altmark anders als der Burgenlandkreis. Die Herausforderung bestünde deshalb darin, dort jeweils so gute Lebensverhältnisse zu schaffen, dass sich die Menschen mit ihrer Heimat identifizieren könnten, umreißt die Dalbert die schwarz-rot-grünen Pläne. Deshalb unterstütze das Bundesland beispielsweise die Einrichtung von Dorfgemeinschaftsläden, um die Direktvermarktung zu fördern. Auch Fahrbibliotheken und bessere sportliche Möglichkeiten auf dem Lande gehören zum Maßnahmenkatalog.

Ein weiteres wichtiges konkretes Projekt ist, die Braunkohleregion im Süden Sachsen-Anhalts in eine Zukunftsregion für Erneuerbare Energien zu verwandeln. So könnte aus dem Burgenlandkreis beispielsweise eine Wasserstoff-Modellregion werden. „Das ist eine Energieregion und es soll auch eine bleiben“, so Dalbert. Dies wiederum dürfte dann auch für das benachbarte Sachsen interessant sein, dass im Zuge des Ausstiegs aus der Braunkohle unter anderem auf Modellprojekte wie den Einsatz von Wasserstoffzügen - beispielsweise zwischen Leipzig und Döbeln - setzen will.

Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD), wie Dalbert stellvertretende Ministerpräsidentin, treibt vor allem um, möglichst jeden Arbeitsplatz in Sachsen-Anhalt besetzen. Dafür müsse bereits die Ausbildung so modern gestaltet werden, dass junge Leute im Bundesland blieben statt abzuwandern. Vor allem an Erzieherinnen und Pflegekräften herrsche Mängel, was nicht zuletzt an der schlechten Entlohnung liege. „Die anderen Bundesländer schlafen nicht“, warnte die Ministerin. Ihr Vorschlag: Den Beruf deutlich attraktiver machen. Im Zuge der laufenden Reform der Pflegeberufe werden die Ausbildungen von Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflegern zusammengeführt. Außerdem soll die Zahl der Ausbildungsplätze im Pflegebereich von 3500 schrittweise auf 4500 erhöht werden.

 

Von Roland Herold

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