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Mitteldeutschland Rentzing distanziert sich von Vergangenheit – und beklagt Rufmord
Region Mitteldeutschland Rentzing distanziert sich von Vergangenheit – und beklagt Rufmord
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11:50 15.11.2019
Der ehemalige Bischof der säschsischen Landeskirche Carsten Rentzing hat sich nach seiner Entpflichtung öffentlich erklärt. Und Verleumdung angeprangert. Quelle: LVZ
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Dresden

Zu als antidemokratisch eingeschätzten Schriften von vor mehr als 25 Jahren sagte Rentzing am Freitag in Dresden nach seiner offiziellen Verabschiedung aus dem Amt: „Jeder nationale Geist, der sich selbst erhebt, der andere abwertet, widerspricht dem Geiste meines Herrn Jesus Christus“. Er habe über die Texte aus seiner Studentenzeit nie erzählt, weil er das Alte als vergangen angesehen habe.

Es sei so der Eindruck entstanden, er habe Weiteres verschweigen wollen. Schon lange sei man auf der „Suche nach einem Angelhaken“ in seinem Leben gewesen. „Man hat gesucht und schließlich hat man gefunden“, sagte Rentzing. Zugleich räumte er ein, dass seine damaligen, schriftlich dargelegten Gedanken antidemokratisch waren. Er habe aber nicht zerstören, sondern verbessern wollen.

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Niemand habe den Rücktritt erzwungen

Seine eigene Tochter zitierte er mit den Worten, dass es „Rufmord und Verleumdung“ gegen ihn gegeben habe. Er habe die Entscheidung zurückzutreten allein getroffen und sei von niemandem gezwungen worden. Er habe seiner Kirche weitere Diskussionen um seine Person ersparen wollen.

Zuvor war Rentzing in einem Gottesdienst aus dem Amt verabschiedet worden. In einer Zeremonie gab er die Bischofskette zurück und wurde von seinen Amtspflichten entbunden. An der Entpflichtung nahmen Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Landtagspräsident Matthias Rößler (beide CDU) teil. Auch Rentzings Familie war beim Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche dabei.

Rücktritt wegen demokratiefeindlicher Texte

Der 52-jährige Rentzing hatte sein Bischofsamt am 11. Oktober zur Verfügung gestellt. Hintergrund sind von ihm als Student verfasste Texte, die das sächsische Landeskirchenamt als „elitär, in Teilen nationalistisch und demokratiefeindlich“ einstufte.

Die Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens will im Anschluss ihre viertägigen Beratungen in der Dresdner Dreikönigskirche aufnehmen. Die Wahl einer neuen sächsischen evangelischen Bischöfin oder eines neuen Bischofs ist am 29. Februar und 1. März in Dresden geplant.

Von RND/epd