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Mitteldeutschland Rentzing-Nachfolge: Zwei Bischofskandidaten in Sachsen stehen fest
Region Mitteldeutschland Rentzing-Nachfolge: Zwei Bischofskandidaten in Sachsen stehen fest
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18:27 10.01.2020
Sie wollen die Nachfolge des zurückgetretenen sächsischen Landesbischofs Carsten Rentzing (m.) antreten: Tobias Bilz (55, l.) und Ulrike Weyer (46, r.) Quelle: evlks, EKM, dpa
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Dresden

Neuanfang an der Kirchenspitze in Sachsen: Die Leitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche hat am Freitag zwei Kandidaten für die Bischofswahl Anfang März benannt. Es handelt sich um die Plauener Superintendentin Ulrike Weyer (46) und den sächsischen Oberlandeskirchenrat Tobias Bilz (55). Die Entscheidung sei in der Kirchenleitung mit großer Mehrheit gefallen.

Die Kandidaten stellen sich nun in mehreren sächsischen Gemeinden vor. Auch die Landessynodalen dürfen Kandidaten benennen. Die Frist für den Eingang von Wahlvorschlägen endet am 20. Januar. Die neue sächsische Bischöfin oder der neue Bischof soll am 1. März auf einer Sondersynode in Dresden gewählt werden.

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Kandidatin 1: Ulrike Weyer – einst bei Pfarrer Führer in Leipzig

Die 46-jährige Ulrike Weyer ist seit 2015 Superintendentin im Kirchenbezirk Plauen. Weyer wurde 1973 in Dresden geboren. Von 1993 bis 2001 studierte sie Evangelische Theologie in Halle und Leipzig. Ihr Vikariat absolvierte sie an der Leipziger Nikolaikirche bei dem 2014 gestorbenen Nikolaikirchenpfarrer Christian Führer.

Ulrike Weyer Quelle: Sven Bartsch

Ihre erste Pfarrstelle lag in Nordsachsen, wo sie nach eigenen Angaben zuständig war für sechs Kirchgemeinden und 37 Dörfer. Ab dem Jahr 2004 war sie als Pfarrerin im Kirchspiel Sornzig im Kirchenbezirk Leisnig-Oschatz tätig. Dort habe sie umfangreiche Erfahrungen als Pfarrerin im ländlichen Raum gesammelt, sagt Ulrike Weyer. Seit 2015 ist sie Superintendentin im Kirchenbezirk Plauen und Inhaberin der Pfarrstelle der St. Johanniskirchgemeinde Plauen. Weyer ist verheiratet und hat einen Sohn.

Lesen Sie auch: Ulrike Weyer:Die Pfarrerin aus Sornzig auf dem Sprung zur Landesbischöfin

Im letzten Jahr kandidierte Weyer für das Amt dem mitteldeutschen Bischofs in Magdeburg – unterlag aber hier dem jetzigen EKM-Bischof Friedrich Kramer aus Wittenberg.

Kandidat 2: Tobias Bilz – Jugendpfarrer und Medienexperte aus Wurzen

Tobias Bilz wurde 1964 in Dornreichenbach bei Wurzen geboren. 1983 entschied er sich nach einer Mechanikerausbildung in Altenburg für die Aufnahme eines Theologiestudiums am Theologischen Seminar in Leipzig. Das Studium und den Vorbereitungsdienst (Vikariat) schloss er 1991 ab.

Der 55-jährige leitet seit Jahresbeginn 2019 als Oberlandeskirchenrat im Landeskirchenamt das Dezernat IV. Es umfasst den Bereich der Kirchlichen Werke und Einrichtungen, die Seelsorge, den Gemeindeaufbau und die Medien.

Tobias Bilz Quelle: epd

Zuvor war er elf Jahre als sächsischer Landesjugendpfarrer im Landesjugendpfarramt in Dresden tätig. 1991 wurde Bilz Pfarrer im erzgebirgischen Erlbach-Kirchbach, ab 2001 zusätzlich mit dem Dienst als Jugendpfarrer im damaligen Kirchenbezirk Stollberg beauftragt.

Die Synode schlug bei der Bischofswahl 2015 den damaligen Landesjugendpfarrer als Kandidaten vor. Bilz unterlag allerdings dem späteren Landesbischof Carsten Rentzing.

Tobias Bilz ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Carsten Rentzing war am 21. Oktober zurückgetreten

Der bisherige Landesbischof Carsten Rentzing (52) war Ende Oktober aus dem Amt ausgeschieden, nachdem antidemokratische Texte aus seiner Studienzeit bekanntgeworden waren. Er selbst hatte sein Amt am 11. Oktober zur Verfügung gestellt. Kurz darauf wurde bekannt, dass er zwischen 1989 und 1992 als Autor für die rechtskonservative Studentenzeitschrift „Fragmente“ tätig war. Das sächsische Landeskirchenamt stufte die Texte als „elitär, in Teilen nationalistisch und demokratiefeindlich“ ein.

Der zurückgetretene Bischof Carsten Rentzing bei seiner Verabschiedung am 15. November 2019 in Dresden – hier im Gespräch mit Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer. Quelle: imago images/epd

Verschwiegen hatte Rentzing auch eine als Student eingegangene und bis heute bestehende Mitgliedschaft in einer schlagenden Verbindung. Dem Rücktrittsgesuch hatte die Kirchenleitung am 21. Oktober zugestimmt.

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Von Olaf Majer

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