Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Rechtsmotivierte Gewalt in Sachsen weiter auf hohem Niveau
Region Mitteldeutschland Rechtsmotivierte Gewalt in Sachsen weiter auf hohem Niveau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
12:53 01.04.2020
In Sachsen ist die Zahl rechtsmotivierter und rassistischer Angriffe laut der Opferberatung RAA zurückgegangen - Entwarnung dürfe es deshalb aber nicht geben, mahnte sowohl die Opferberatung als auch Sachsen Sozialministerin. (Symbolbild) Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

In Sachsen ist die Zahl rechtsmotivierter und rassistischer Angriffe laut der Opferberatung RAA zurückgegangen. Im vergangenen Jahr seien 226 Angriffe gezählt worden, 2018 waren es 317. Entwarnung könne es allerdings nicht geben, sagte RAA-Referentin Andrea Hübler am Mittwoch in Dresden. Rassistische Gewalt in Sachsen sei im bundesweiten Vergleich weiter auf einem hohen Niveau und „kein kleines Problem“.

Den Rückgang zum Vorjahr begründete Hübler mit den Gewalttaten 2018 in Chemnitz, die zu einem enormen Anstieg in der damaligen Jahresstatistik geführt hatten. Betroffen von rechtsmotivierten Angriffen 2019 waren laut der RAA-Statistik mindestens 276 Personen, unter ihnen 17 Kinder unter 13 Jahren. Die Gewalt gegen Minderjährige sei erschreckend und zeige „ein hohes Maß an rassistischer Verrohung“, sagte Hübler.

Anzeige

138 Taten und damit ein Großteil der Angriffe insgesamt war laut RAA rassistisch motiviert. Ähnlich den Vorjahren seien zwei Drittel der Fälle Körperverletzungen gewesen. RAA zählt nach eigenen Angaben ausschließlich Gewalttaten. Beleidigungen oder das Verwenden von verfassungsfeindlichen Symbolen würden nicht in die jährliche Statistik einfließen.

Auch Sozialministerin Petra Köpping mahnte weiterhin zur Aufmerksamkeit: "Auch im derzeitigen Kampf gegen Corona muss der Kampf gegen die Feinde der Demokratie aufrechterhalten bleiben. Das bedeutet auch, dass es weiterhin unsere Solidarität mit den Betroffenen rechter und rassistischer Gewalt braucht. Wir müssen davon ausgehen, dass wir es insbesondere im ländlichen Raum mit einem Dunkelfeld antisemitischer, rassistischer und menschenfeindlicher Gewalt zu tun haben."

Regionale Schwerpunkte der Angriffe waren 2019 Leipzig (62 Taten), Dresden (53 Taten) und Chemnitz (19 Taten). Der Landkreis Leipzig (20) stelle seit Jahren kontinuierlich eine Schwerpunktregion rechter Gewalt in Sachsen dar, ebenso die Landkreise Nordsachsen (13), Bautzen (12) und das Erzgebirge (12). RAA Sachsen hat im Jahr 2019 in 254 Fällen beratend zur Seite gestanden.

von epd

Anzeige