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Mitteldeutschland Prozess um Berliner Goldmünze – Was wissen die Verdächtigen über den Dresdner Juwelenraub?
Region Mitteldeutschland Prozess um Berliner Goldmünze – Was wissen die Verdächtigen über den Dresdner Juwelenraub?
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15:01 06.01.2020
Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze „Big Maple Leaf“ wurde vor drei Jahren aus dem Bode-Museum gestohlen. Haben die mutmaßlichen Täter etwas mit dem Juwelenraub im Grünen Gewölbe zu tun? Quelle: dpa
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Dresden / Berlin

Eine millionenteure Goldmünze wird mit Hilfe einer Schubkarre aus einem Berliner Museum gestohlen. Seit fast drei Jahren ist die Beute verschwunden. Vier Verdächtige schweigen vor Gericht. Jetzt kommt die Frage auf: Gibt es einen Zusammenhang zum Juwelendiebstahl in Dresden? Was wissen die mutmaßlichen Kunsträuber über den Diebstahl im Grünen Gewölbe?

Parallelen beim Einbruchsvorgehen

Zwischen den beiden Einbrüchen gibt es Parallelen, so viel steht fest. Laut Anklage sollen zwei Brüder und ihr Cousin über das Fenster in der Herren-Umkleidekabine in das Bode-Museum eingestiegen sein. Sie hätten dann weit nach Mitternacht eine Vitrine zertrümmert und das Goldstück mit Rollbrett, Seil und Schubkarre zu einem Fluchtwagen geschafft. Der Einstieg über ein defektes Fenster, das Zertrümmern einer Vitrine - auch im Grünen Gewölbe gingen die unbekannten Täter so vor.

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Beziehungen ins Clanmilieu

Der spektakuläre Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe Dresden könnte nach einem Zeitungsbericht mit arabischstämmigen Clans in Berlin zusammenhängen. Drei der deutschen Angeklagten im Falle der Berliner Goldmünze gehören einer arabischstämmigen Großfamilie an. Mitglieder dieser Großfamilie waren schon wiederholt im Visier der Ermittler. Im Sommer 2018 wurden 77 Immobilien beschlagnahmt, die dem Clan zugerechnet werden. Die Ermittler vermuten, dass Wohnungen und Grundstücke auch mit Geld gekauft wurden, das aus einem Bank-Einbruch vom Oktober 2014 stammt.

Des Weiteren sollen die Juwelendiebe im Grünen Gewölbe laut „Berliner Morgenpost“ ein hydraulisches Spreizwerkzeug benutzt haben, wie es schon bei einigen Verbrechen in Berlin der Fall war. So hatten die Täter bei einem Überfall auf einen Geldtransporter im September 2018 in Berlin einen Hydraulik-Spreizer eingesetzt, um die Türen des Transporters aufzubrechen. Vor Gericht stehen deswegen derzeit einige Männer mit Beziehungen zu Clans.

Zum Prozessauftakt 2019 in Berlin: Der angeklagte Ahmed R. wird beschuldigt die "Big Maple Leaf" aus dem Bode-Museum gestohlen zu haben. Quelle: dpa

Soko „Epaulette“ und Berliner Kollegen prüfen Zusammenhang

Dresdner Ermittler haben Kontakt zu ihren Kollegen in der Hauptstadt aufgenommen, um mögliche Zusammenhänge zu prüfen. Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik hatte der dpa aber gesagt, Verbindungen seien weiter Spekulation. Das Berliner Landeskriminalamt habe einen international anerkannten Experten für Kunstdelikte, der die sächsischen Kriminalisten unterstütze.

Vor dem Berliner Landgericht schweigen die vier Angeklagten – zu beiden Fällen. Vor einem Jahr begann der Prozess wegen gemeinschaftlichen Diebstahls in besonders schwerem Fall. Bislang seien weitere Verhandlungstermine bis zum 24. Februar geplant, sagt Gerichtssprecherin Lisa Jani.

Die Berliner Goldmünze blieb verschollen – ähnliches Schicksal für Dresdner Juwelen?

Bislang konnte nicht im entferntesten erhellt werden, was aus der Beute, dem „Big Maple Leaf“, wurde und wo sie geblieben ist. Ermittler gehen mittlerweile davon aus, dass die Münze zerkleinert und Stück für Stück verkauft wurde. Als Indizien gelten nachgewiesene Goldpartikel auf Kleidungsstücken. Es habe sich um „höchstreines Gold“ gehandelt, so ein Experte, den das Gericht befragte. „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sind die Goldpartikel identisch mit dem Gold der Goldmünze.“

Mehr zum Einbruch ins Grüne Gewölbe

Der Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe sorgt in Dresden auch weiterhin für Fassungslosigkeit. Noch immer fehlt jede Spur von den Tätern. Die Sonderkommission „Epaulette“ ermittelt auf Hochtouren.

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