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Mitteldeutschland Proteste gegen Poggenburg in Leipzig-Connewitz
Region Mitteldeutschland Proteste gegen Poggenburg in Leipzig-Connewitz
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15:29 23.11.2019
Proteste gegen eine Demonstration des rechten Politikers André Poggenburg in Connewitz am 23.11.2019. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Mehrere hundert Menschen haben in Leipzig-Connewitz gegen eine Kundgebung des rechten Politikers André Poggenburg protestiert. Nach Veranstalterangaben von „Leipzig nimmt Platz“ hatten sich insgesamt bis zu 850 Menschen angeschlossen. Der Demonstrationszug begann etwas verspätet gegen 10.25 Uhr am Connewitzer Kreuz und lief dann durch die Wolfgang-Heinze- zur Brandstraße. Die Demonstranten skandierten „Nazis raus!“. An den Häusern im Umfeld waren Transparente mit Sprüchen wie „Herz statt Hetze“ angebracht.; aus den Fenstern wurden Poggenburg und seine Anhänger laut mit Musik beschallt. In der Selneckerstraße fand eine von der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Leipzig-Connewitz-Lößnig organisierte Mahnwache gegen Rechts statt.

Die Kundgebung von Poggenburg, dem Ex-AfD-Landeschef von Sachsen-Anhalt, war 150 Meter vom Abgeordnetenbüro der Linken-Politikerin Juliane Nagel, Linxxnet, entfernt. Die Veranstaltung unter dem Motto „Ja zu Leipzig – Nein zu Linksextremismus“ wurde nur von insgesamt zehn Teilnehmern besucht. Darunter waren auch der mehrfach vorbestrafte Rechtsextreme und Ex-NPD-Kader Alexander Kurth sowie der frühere Sprecher des AfD-Kreisverbandes Erzgebirge, Egbert Ermer. Poggenburg erklärte, man habe mit viel Geduld darauf hingearbeitet, direkt in Connewitz gegen linke Gewalt zu protestieren. Er sprach von einem „kleinen, aber feinen Protest“. Für das kommende Jahr kündigte er an, wieder präsent sein zu wollen. Gegen 12 Uhr war die Versammlung beendet. In der Folge löste sich auch die Demonstration auf der anderen Seite allmählich auf.

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Gegen eine Kundgebung des rechten Politikers André Poggenburg haben in Leipzig-Connewitz mehrere hundert Menschen demonstriert. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Die Lage im Viertel blieb bis zum Mittag friedlich. Auch Leipzigs Polizeipräsident Torsten Schultze war vor Ort. Ihn ärgerte, dass die Gegendemonstranten „Bullenschweine“ riefen. Das sei herabwürdigend, sagte Schultze. Aufgabe der Beamten sei es, das Versammlungsrecht zu gewährleisten.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot in Leipzig im Einsatz. Rund um das Demonstrationsgeschehen im Leipziger Süden wurden starke Kräfte zusammengezogen. Um die Kundgebung der Rechten von den Protesten zu trennen, wurden Gitter aufgebaut, dazwischen waren zwei Wasserwerfer und ein Räumpanzer positioniert. Im Zuge des Einsatzes kam es im öffentlichen Nahverkehr zu kleineren Einschränkungen. Die Polizei hat in einem Fall die Ermittlungen wegen des Verdachts des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie wegen mehreren Ordnungswidrigkeiten eingeleitet.

Bei der letzten Demonstration von Poggenburg in Leipzig sicherte die Polizei das Geschehen mit etwa 1.200 Mann ab. Diesmal seien es wesentlich weniger Beamte gewesen, erklärte Schultze. Eine konkrete Zahl nannte er nicht. „Wir haben eine Gefahrenprognose aufgestellt, um Störungen verhindern zu können. Dafür waren ausreichend Kräfte vor Ort.“ Auch eine Reiterstaffel und ein Hubschrauber wurden eingesetzt.

In der Nacht brannte es bereits an mehreren Stellen in Connewitz. Ob die Taten im Zusammenhang mit den Demonstrationen stehen, ist noch unklar. Die Kripo ermittelt.

Von joka/S.K.

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