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Mitteldeutschland Protest gegen Verwaltung: Regenbogenflaggen-Menschenkette vor dem Dresdner Rathaus
Region Mitteldeutschland Protest gegen Verwaltung: Regenbogenflaggen-Menschenkette vor dem Dresdner Rathaus
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21:04 09.09.2015
Rund 100 Menschen demonstrierten am Freitagabend für eine Regenbogenbeflaggung des Rathauses.
Rund 100 Menschen demonstrierten am Freitagabend für eine Regenbogenbeflaggung des Rathauses. Quelle: Hauke Heuer
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„Die Verwaltung hat uns unter Berufung auf die sächsischen Beflaggungsordnung das Hissen unserer Fahne verboten“, sagte CSD-Organisator Roland Zenker.

Der Erste Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP) selbst hätte sich dazu noch nicht geäußert, so Zenker. Um trotzdem ein Zeichen für Toleranz und gegen Homophobie zu setzen, rief der CSD e.V. am Freitagabend zu einer Aktion vor dem Rathaus auf. Dabei soll der Amtssitz mit so vielen Regenbogenfahnen wie möglich umhüllt werden. „Für die bunte Menschenkette um das Rathaus benötigen wir mindestens 500 fahnenhaltende Hände“, ríef Zenker im Vorfeld auf.

Ganz soviele Unterstützer fand der Aktivist dann allerdings nicht. Rund 100 Menschen versammelten sich mit Regenbogenflaggen vor dem Rathaus. Immerhin die gesamte Front des Gebäudes konnte symbolisch von einer Menschenkette eingenommen werden. "Ich stehe hier, damit Dresden einsieht, dass es wichtig ist, dass am Rathaus eine Regenbogenflagge hängt", sagte der Demonstrant Wolfgang Langhammer am Rande der Aktion. Der CSD habe sich in Dresden in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Von der Stadt komme jedoch kaum Unterstützung, so Langhammer.

An der Regenbogenflaggen-Menschenkette beteiligten sich als Schirmherren auch der bekannte Dresdner Geschäftsmann Wolfgang Förster (alias Wolle) und Eric Hattke, Sprecher der Initiative Dresden Für Alle.

Stadtsprecher Karl Schuricht beruft sich in der Flaggenfrage auf die Beflaggungsordnung, die genau regelt, wann und für was beflaggt werden darf. „Diese spricht gegen eine Beflaggung am Rathaus - und daraus ableitend Gründe der Gleichbehandlung. Die Landeshauptstadt Dresden wendet die Beflaggungsordnung des Freistaates Sachsen an“, heißt es aus dem Rathaus.

Allerdings habe der Erste Bürgermeister Dirk Hilbert veranlasst, dass die städtischen Fahnenmasten am Theaterplatz dem CSD zur Verfügung gestellt werden, da sie entlang der Umzugsstrecke des CSD liegen.

Anders als die Stadtverwaltung wird das Ministerium für Gleichstellung und Integration am Montag die Regenbogenflagge vor seinem Gebäude hissen. „Aus einem Anlass, der nur einzelne Verwaltungsbereiche berührt, kann das zuständige Staatsministerium in seinem Geschäftsbereich die Beflaggung anordnen“, beantwortet Sprecher Katja Mäder die Frage nach der Sächsischen Flaggenordnung.

„Beflaggungen aus besonderen Anlässen werden von der Staatskanzlei angeordnet. Sie kann bestimmen, dass auch die Flaggen ausländischer Staaten und anderer Hoheitsgebiete sowie Flaggen internationaler und überstaatlicher Organisationen zu setzen sind“, erklärt Mäder weiter.

jv/hh