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Mitteldeutschland Protest gegen 200 Rechtsextreme in Themar
Region Mitteldeutschland Protest gegen 200 Rechtsextreme in Themar
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21:19 08.06.2018
Teilnehmer des Festivals ·Tage der nationalen Bewegung· in Themar gehen zum Festivalgelände. Quelle: dpa
Themar

Es ist ein Zeichen gegen Fremdenhass und Gewalt: Aus Protest gegen ein zweitägiges Neonazi-Festival haben sich am Freitagabend schätzungsweise 200 Menschen zu einem Friedensgebet in der Kleinstadt Themar in Südthüringen versammelt. Man sehe jeden Tag Hass und Hetze gegen Minderheiten in Deutschland und auch in Themar, hieß es während eines Gottesdienstes in der Kirche St. Bartholomäus. „Sagen wir Nein, wenn gegen Menschen gehetzt wird“, sagte die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann.

Am Abend waren nach Polizeiangaben rund 200 Rechtsextreme auf dem Veranstaltungsgelände am Rande von Themars eingetroffen. Die Polizei zählte bis zu diesem Zeitpunkt zehn Straftaten, unter anderem das Tragen verfassungswidriger Kennzeichen. Man gehe davon aus, dass die Mehrzahl der Neonazis am Samstag anreisen werde, sagte ein Sprecher der Thüringer Polizei. Der Thüringer Verfassungsschutz rechnet damit, dass bis zu 1500 Rechtsextreme aus ganz Deutschland und dem EU-Ausland nach Themar kommen werden.
Die Sicherheitskräfte sind mit einem Großaufgebot vor Ort. Mehrere Hundertschaften aus Thüringen sowie mehreren anderen Bundesländern sollen Zwischenfälle während der rechtsextremen Veranstaltung verhindern. Nach einem Bericht des MDR sind etwa 1000 Polizisten in der Region im Einsatz. Der Polizeisprecher wollte diese Angabe weder bestätigten noch dementieren.

Während des Friedensgebets wurde scharfe Kritik an den juristischen Entscheidungen laut, die das Rechtsrock-Festival möglich gemacht hatten. „Manche Gerichtsentscheidung ist mir fremd“, sagte der Superintendent des Kirchenkreises Hildburghausen-Eisfeld, Johannes Haak. Das Verwaltungsgericht Meiningen und das Thüringer Oberverwaltungsgericht in Weimar hatten das Komplettverbot der Veranstaltung durch den Landkreis Hildburghausen aufgehoben – vor allem mit Verweis auf schwere inhaltliche Mängel des Verbotsbescheides.

Kurz vor der Beginn des Neonazi-Festivals hatte das Verwaltungsgericht Meiningen zudem das absolute Alkoholverbot des Landkreises für die Veranstaltung gekippt; damit ist es den Festival-Besuchern erlaut, ab 20 Uhr Bier zu trinken. Thüringer Landespolitiker reagierten mit Unverständnis auf die Entscheidung.
In Themar hatte 2017 das wohl größte Rechtsrock-Konzert bundesweit stattgefunden. Damals waren nach Polizeiangaben etwa 6000 Neonazis in die 2800-Einwohner-Gemeinde gekommen. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hatte damals angekündigt, das Land werde die Kommunen im Freistaat deutlich besser beraten, um zu verhindern, dass deren Bescheide immer wieder von Verwaltungsgerichten kassiert werden.

lvz

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