Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Promotion und Habilitation: Anteil der Frauen in Sachsen sinkt
Region Mitteldeutschland Promotion und Habilitation: Anteil der Frauen in Sachsen sinkt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
08:06 06.03.2020
Studenten sitzen in einem Hörsaal. In Sachsen promovieren und habilitieren mehr Männer als Frauen. Quelle: Thomas Frey/dpa
Anzeige
Dresden

Frauen sind bei einer akademischen Laufbahn in Sachsen deutlich im Nachteil. Das geht aus Daten des Statistischen Landesamtes hervor, die die sächsische Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke) mit Blick auf den Internationalen Frauentag am Sonntag erfragte und auswertete. Demnach lag der Frauenanteil im ersten Semester an hiesigen Hochschulen bei 49,7 Prozent, bei Absolventen waren es 48,6 Prozent. Von den 1489 Promotionen 2018 wurden 626 nur noch von Frauen abgelegt - das sind 42 Prozent. Bei den Habilitationen sank die Quote der Frauen auf 36,3 Prozent.

Linke: Befristungen sind Hauptproblem

„Das Hauptproblem sind die Beschäftigungsverhältnisse“, erklärte Zimmermann. Die ständigen Befristungen machten Familie und Beruf schwer vereinbar: „Frauen sind aufgrund alter Rollenmuster stärker betroffen. Viele hoch qualifizierte Frauen entscheiden sich deshalb gegen eine Hochschullaufbahn. Die Bundesregierung muss das unsägliche Wissenschaftszeitvertragsgesetz endlich in die Tonne werfen“, zog die Linke-Politikerin ein Fazit. Für Befristungen gebe es spätestens nach Abschluss der Promotion in der Regel keinen sachlichen Grund.

Lesen Sie auch: Online-Suche, Headhunter & Co.: Wie die Stadt Leipzig neue Mitarbeiter wirbt

Zimmermann zufolge muss Sachsens Regierung die Unabhängigkeit junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stärken, verlässliche Karriereoptionen – so genannte Tenure-Tracks – schaffen sowie Berufungsverfahren transparenter gestalten und Frauen besonders fördern. „Wenn Frauen in der akademischen Laufbahn benachteiligt sind, betrifft das uns alle. Eine Promotion zum Beispiel nützt auch außerhalb der Universität der Karriere.“ Die Gesellschaft könne kein Interesse daran haben, dass Forschung und Lehre von Männern dominiert werden – und zwar im Interesse ausgewogener Forschung ebenso wie im Sinne einer gleichberechtigten Förderung.

Hochschulen in Sachsen: Deutlich mehr Männer beschäftigt

Nach der amtlichen Statistik sind an sächsischen Hochschulen 37,9 Prozent der Beschäftigten im Hauptberuf Frauen. Bei den Professoren liegt ihr Anteil aber nur bei 21,3 Prozent, an Universitäten sind es gar nur 17,8. In der sächsischen Gesamtbevölkerung im Alter ab 15 Jahren besitzen 14,7 Prozent der Frauen und 17,3 Prozent der Männer einen Hochschulabschluss. Eine Promotion haben mit 1,6 Prozent anteilig doppelt so viele Männer wie Frauen (0,8) abgeschlossen.

Lesen Sie auch

Von RND/dpa

Leipzigs Oberbürgermeister hatte sich bereits am Mittwoch für die Aufnahme von Flüchtlingsfamilien aus Griechenland starkgemacht. Sachsens Sozialministerin Petra Köpping sagt nun: „Wir haben die Kapazitäten, wir haben den Platz, wir könnten aufnehmen.“

05.03.2020
Lokales 10-Millionen-Euro-Investition Solarwatt verdoppelt Produktion in Dresden

Bekommt die Solarindustrie - einst Hoffnungsträger der ostdeutschen Wirtschaft - eine neue Chance? Bei Solarwatt in Dresden geht es acht Jahre nach der großen Krise zumindest wieder steil bergauf. Jetzt wird sogar massiv in den Ausbau der Kapazität investiert. Das Corona-Virus könnte aber den Zeitplan durcheinanderwirbeln.

05.03.2020

Die Kranken werden auf Isolierstationen in Prag sowie im nordböhmischen Usti nad Labem behandelt. Einrichtungen in der Grenzregion treffen Maßnahmen.

05.03.2020