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Mitteldeutschland Prognose zu Direktmandaten in Sachsen: CDU nimmt AfD Wahlkreise ab
Region Mitteldeutschland Prognose zu Direktmandaten in Sachsen: CDU nimmt AfD Wahlkreise ab
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13:33 25.08.2019
Am 1. September wird in Sachsen ein neuer Landtag gewählt. 60 Abgeordnete werden durch ein Direktmandat ins neue Parlament einziehen. (Archivfoto) Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Dresden

Auf der Zielgeraden zur sächsischen Landtagswahl kann sich die CDU offenbar von der AfD absetzen: Die neue Prognose für die 60 Wahlkreise bestätigt den Trend der jüngsten Umfragen. Demnach gewinnt die CDU im Vergleich zur Analyse von vor zwei Wochen sieben Direktmandate hinzu und kommt nun auf 38 – das ist der Bestwert in der Regierungszeit von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Zur Landtagswahl von 2014 bedeutet dies allerdings einen Verlust von 21 Wahlkreisen.

Meinungsforscher: CDU kann potenzial besser ausschöpfen

„Obwohl die CDU in den letzten Monaten mitunter das größte Potenzial auf Direktmandate hatte, konnte sie ihr Potenzial kaum ausschöpfen. Die AfD lag in den besonders umkämpften Wahlkreisen häufig vorn. Jetzt kommt der sächsischen Union zugute, dass sie als aussichtsreichster Gegenpart zur AfD wahrgenommen wird – wechselbereite Wähler aus dem linksliberalen beziehungsweise gemäßigt bürgerlichem Lager könnten am Wahltag noch stärker zur CDU laufen“, erklärt Meinungsforscher Valentin Blumert von Wahlkreisprognose.de die jüngsten Verschiebungen. Das könnte auch ein „taktisches Wählen“ zur Folge haben, um damit einen Wahlsieg der AfD zu verhindern.

Prognose der Direktkandidaten zur Landtagswahl 2019. Helle Farben: Tendenz noch unsicher, dunkle Farben: Tendenz eindeutiger. Quelle: wahlkreisprognose.de

AfD büßt ein, Grüne und Linke legen zu

Dagegen kommt die AfD aktuell nur noch auf 15 Wahlkreise, büßt damit gleich elf ein und verliert selbst sicher geglaubte Führungen (Görlitz, Erzgebirge, Vogtland). In Ostsachsen und der sächsischen Schweiz sind AfD-Direktmandate wahrscheinlicher, aber nicht mehr ganz so aussichtsreich wie vor einigen Monaten. Anders als bei der Wahl vor fünf Jahren haben diesmal auch Grüne und Linke – die der CDU im Leipziger Süden 2014 das einzige Direktmandat abgenommen hatten – gute Chancen, in Leipzig und Dresden einige Wahlkreise für sich zu entscheiden und damit zuzulegen. Momentan sind es für die Linke drei in Leipzig und für die Grünen insgesamt vier, wobei davon einer in Dresden und drei in Leipzig liegen.

Mehr als ein Drittel der Wahlkreise noch hart umkämpft

Blumert weißt jedoch darauf hin, dass noch nichts entschieden ist: „22 der 60 Wahlkreise – also immerhin gut ein Drittel – gelten als völlig offen. Von jenen ’Too Close Call’-Wahlkreisen ist die AfD mit elf Mandaten am stärksten betroffen“, sagt der Meinungsforscher über das Kopf-an-Kopf-Rennen, das es in dieser Dimension in Sachsen noch nie gegeben hat. Einer der spannendsten Wahlkreise ist dabei sicherlich in Görlitz, wo der Ministerpräsident aktuell führt: „Michael Kretschmer könnte trotz anhaltend starker AfD in seinem Wahlkreis durch taktisch motiviertes Stimmensplitting die 40-Prozent-Marke knacken. Zur Zeit mit drastischen Folgen für zum Beispiel die SPD“, prognostiziert Blumert.

Auch LVZ-Umfrage sieht CDU knapp vor AfD

In der vergangenen Woche hatten gleich drei Umfragen die CDU knapp vor der AfD gesehen. Im aktuellen LVZ-Stimmungstest kommt die Union mit 28 Prozent auf zwei Prozentpunkte mehr als die AfD. Damit haben beide Parteien im Vergleich zum Juni zugelegt, als sie gleichauf bei 24 Prozent lagen. Die Linke behauptet sich demnach auf Platz drei (16 Prozent), danach folgen Grüne (13 Prozent), SPD (acht Prozent) und FDP (fünf Prozent), die allesamt im neuen Landtag sitzen würden. Die Freien Wählen erreichen in der LVZ-Umfrage nur noch drei Prozent. Der Stimmungstest ergab jedoch auch: Der Anteil derjenigen, die am 1. September nicht wählen wollen, ist seit Juni von 27 auf 31 Prozent gestiegen.

Laut dem sächsischen Wahlrecht kann am kommenden Sonntag jeder zwei Kreuze machen: für einen Direktkandidaten im Wahlkreis (Erststimme) und für die jeweils favorisierte Partei (Zweitstimme).

Von Andreas Debski

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