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Mitteldeutschland Penisbilder auf Facebook: Leipziger Frauenrechtlerin wehrt sich erfolgreich
Region Mitteldeutschland Penisbilder auf Facebook: Leipziger Frauenrechtlerin wehrt sich erfolgreich
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18:57 24.09.2019
Eine Leipzigerin erhielt Penisbilder, sogenannte Dick Pics, via Facebook von einem Mann – und wehrte sich gegen den Absender erfolgreich vor Gericht. Quelle: Yui Mok/dpa
Rostock/Leipzig

Die Leipziger Frauenrechtlerin Inge Bell hat sich vor Gericht erfolgreich gegen einen Mann gewehrt, der ihr auf Facebook Penisbilder zugeschickt hat. Am Dienstag wurde der 53-jährige Angeklagte in einer Berufungsverhandlung vor dem Rostocker Landgericht zu einer Geldstrafe verurteilt. Für Inge Bell war es ein Erfolg mit Signalwirkung.

Zum Schweigen bringen als Strategie

Zur ersten Verhandlung vor dem Amtsgericht war Bell nicht geladen worden, für die Berufung war sie eigens von Leipzig an die Ostseegereist, um dem Fall mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. „Ich bekomme viele Beleidigungen und Beschimpfungen im Internet. Das ist die klassische Methode, um Frauen, die den Mund aufmachen, in die Schranken zu weisen.“ Diese sei auch als Strategie des „Silencing“ bekannt, englisch für „zum Schweigen bringen“.

Doch schweigen will Bell sicher nicht: „Jede zweite Frau zwischen 18 und 24 gibt an, schon einmal Penisbilder – so genannte Dick Pics – zugeschickt bekommen zu haben. Die Mehrzahl davon war beim ersten Bild noch minderjährig.“ Ihr Ziel sei es, Mädchen und Frauen zu ermutigen, solche Taten öffentlich zu machen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Ein 53-jähriger Rostocker wurden wegen des Verschickens von Fotos mit pornografischem Inhalt verurteilt. Quelle: Stefan Tretropp

Im konkreten Fall hatte Bell von dem Mann, den sie vorher nicht kannte, 2017 über den Nachrichtendienst Facebook-Messenger sechs Bilder erhalten, von denen eines einen erigierten Penis zeigte, zwei weitere waren ebenfalls pornografisch und eines zeigte ein heimeliges Kaminzimmer. „Mir ging es wie vielen, die solche Bilder bekommen: Ich war schockiert, angeekelt und hatte Angst.“ Angst machte ihr vor allem das Bild des Raumes: „Ich musste an Steven-King-Bücher denken, in denen Frauen in solche Räume entführt werden.“

Fiese Beleidigungen

Bell meldete den Absender sofort bei Facebook. Das Netzwerk löschte die Bilder innerhalb von Stunden. Geantwortet hatte die 52-Jährige auf die Bilder nicht: „Manchmal antworte ich auf Beleidigungen, indem ich die Silencing-Strategie entlarve, oder zeige die Täter an. Aber grundsätzlich beleidige ich nie zurück – und das rate ich auch anderen betroffenen Frauen.“ Dabei musste sich Bell, die sich unter anderem gegen Sexismus, Zwangsprostitution und Menschenhandel engagiert, schon einiges anhören: „Ich wurde als ,vergrämte Tante hinter dem Kachelofen’ oder als ,linksgrün versiffte Öko-Tante’ bezeichnet.“

Der 53-Jährige Rostocker, der die Tat bis heute abstreitet, wurde wie in der ersten Instanz zu einer Strafe von 300 Euro verurteilt. Er behauptete, sein Handy, auf dem die verschickten Fotos gefunden wurden, oder sein Facebook-Profil seien möglicherweise gehackt worden. Der Richter räumte ein, es gebe keine technischen Beweise für das Verschicken, dennoch bestünden nicht die geringsten Zweifel an der Schuld des Mannes. Bell zeigte sich zufrieden: „Das hat Signalwirkung für alle Frauen und Mädchen, dass sie so etwas nicht hinnehmen müssen.“

Von Axel Büssem

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