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Mitteldeutschland Parteitag der Linken in Leipzig: Spannende Kandidatenkür erwartet
Region Mitteldeutschland Parteitag der Linken in Leipzig: Spannende Kandidatenkür erwartet
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19:07 08.04.2019
Am Wochenende treffen sich 250 Delegierte zum Parteitag der Linken in Leipzig. Quelle: dpa
Dresden

Die neue Führung der sächsischen Linken muss sich bisweilen wie der Zauberlehrling vorkommen: Antje Feiks (40), die Vorsitzende, und Thomas Dudzak (34), der Landesgeschäftsführer, amtieren seit etwa anderthalb Jahren, wollen die Partei erklärtermaßen unter dem Motto „Basis ist Boss“ erneuern – und stehen nun vor dem wohl spannendsten Parteitag der jüngeren Geschichte.

„Die Versammlung hat das letzte Wort: Vermutlich werden viele offene Rennen stattfinden“, sagt Antje Feiks vor dem Landesparteitag, auf dem am Wochenende in Leipzig rund 250 Delegierte über die Liste für die Landtagswahl abstimmen werden. Das Personaltableau entscheidet letztlich über das Wohl und Wehe der Partei.

Im Vorfeld war bereits beschlossen worden, dass die Mitglieder so viel Einflussmöglichkeiten wie noch nie haben sollen. Fest steht bislang, dass Fraktionschef Rico Gebhardt als Spitzenkandidat antreten soll: In einer Urwahl haben sich 88,7 Prozent der Mitglieder für den Erzgebirger entschieden. „An solche Ergebnisse muss ich mich erst gewöhnen. Beim Parteitag hoffe ich jetzt auf ein besseres Resultat als beim letzten Mal“, sagt Gebhardt.

Der 55-Jährige, der zwischen 2009 und 2017 die sächsische Linke auch als Landesvorsitzender anführte, spielt damit auf sein eher mageres Nominierungsergebnis von 2014 an: Damals war er nur mit einer Zustimmung von 64 Prozent ausgestattet worden.

Hinter Gebhardt sind auch die nächsten vier Plätze bereits verteilt: Ein weibliches Quartett soll ihn als „Kernteam“ im Wahlkampf zur Seite gestellt werden. Doch so überraschend bereits deren personelle Besetzung war, da auch an vorderster Stelle die propagierte Erneuerung erfolgte – richtig spannend wird es am Wochenende ab Rang sechs werden.

Der Grund liegt in der Vorschlagsliste des Landesvorstandes, die am Montag in Dresden präsentiert wurde. Darauf finden sich unter den Top 20 sechs Neulinge, zugleich sind nur sechs Kandidaten darunter, die schon vor 2014 im Landtag gesessen haben.

Der Schlüssel liegt in der stärkeren basisdemokratischen Mitbestimmung und einer Verjüngung, die ein Vorgänger-Parteitag beschlossen und damit die Macht des Landesvorstandes begrenzt hat. Daneben ging es, kurz gesagt, um einen deutlicheren regionalen Proporz. Das Grummeln aus einigen Kreisverbänden ist allerdings schon zu vernehmen, da die eine oder andere aktuelle Entscheidung als ungerecht empfunden wird.

„Es war klar, dass auch bekannte Personen nicht berücksichtigt werden können“, sagt Parteichefin Antje Feiks. Rico Gebhardt wird noch deutlicher: Er hätte sich als Fraktionsvorsitzender „schon gewünscht“, dass mehr auf bewährte Fachpolitiker gesetzt würde, „die auch außerhalb unserer Reihen anerkannt sind“. Hintergrund ist ein fachlicher Aderlass, der der momentan 27 Abgeordnete umfassenden Landtagsfraktion bevorzustehen droht.

Zum einen haben die Bildungsexpertin Cornelia Falken und auch der Rechtspolitiker Klaus Bartl ihren Rückzug aus Altersgründen angekündigt. Zum anderen gelten nun Jana Pinka (Umwelt/Bergbau), Uta-Verena Meiwald (Finanzen) und Enrico Stange (Inneres) als die ersten prominenten Opfer der neuen Strategie, da sie vom Vorstand nicht unter die Top 20 platziert wurden.

Antje Feiks setzt nun auf den Parteitag in Leipzig: „Wir sind die Linken - da wäre es unnatürlich, wenn ein Vorstandsvorschlag zu hundert Prozent durchgehen würde.“ Mit hoher Wahrscheinlichkeit werde es Herausforderer zu den Vorstandskandidaten geben. Auf Grundlage aktueller Umfragen, in denen die sächsische Linke stabil bei 17 bis 18 Prozent liegt, gelten die Plätze bis mindestens 25 als aussichtsreich.

„Es gibt keine Betonlisten mehr, so wie es mal den Vorwurf gegeben hat. Alles ist möglich“, meint Landesgeschäftsführer Dudzak mit Blick auf den Parteitag. Die Linke richtet sich schon mal auf zwei sehr lange Tage im Congress Center auf der Neuen Messe ein.

Von Andreas Debski

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