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Mitteldeutschland Tornado in Sachsen gesichtet
Region Mitteldeutschland Tornado in Sachsen gesichtet
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13:37 21.05.2019
Der Tornado wurde bei Brand-Erbisdorf in Sachsen mit dem Handy gefilmt. Quelle: Screenshot Facebook/Andy Breti
Brand-Erbisdorf

Es war gegen 16 Uhr, als Andy Bretzelt das Handy rausholte und draufhielt: In der Nähe des mittelsächsischen Brand-Erbisdorf zwischen Chemnitz und Dresden hat der 23-Jährige am Montag einen Tornado gefilmt. Das gut einminütige Video auf Facebook zeigt eine rotierende Luftsäule, die sich bis zum Boden zieht. Meteorologen halten die Aufnahmen für authentisch.

„Ich habe das Video gesehen. Es deutet vieles darauf hin, dass es ein Tornado gewesen sein könnte. Die Wetterlage gibt es auf jeden Fall her“, sagte Thomas Hain vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig am Dienstag gegenüber LVZ.de. Die Radarbilder sprächen ebenfalls dafür, dass es südlich von Freiberg zu dem außergewöhnlichen Wetterphänomen kam.

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Gepostet von Andy Breti am Montag, 20. Mai 2019

Am Nachmittag sei eine kräftige Gewitterzelle in der Region aktiv gewesen. Auf dem Radar waren sogenannte „Scherungen“ in den unteren Schichten der Atmosphäre zu sehen. Diese starken Änderungen der Windrichtung sprächen eindeutig für einen Tornado, so Hain. Dabei müssen starke Temperaturunterschiede in der unteren Atmosphäre und der darüberliegenden Schicht herrschen. Durch die sehr schnell aufsteigende Warmluft kommt es zur charakteristischen Rotation. „Das ist in Deutschland schon sehr selten“, so Hain.

„So etwas habe ich noch nicht erlebt“

Tornado-Zeuge Andy Bretzelt berichtete gegenüber der Freien Presse, dass er zwischen dem Freiberger Ortsteil Zug und Berthelsdorf unterwegs gewesen sei, als er einen Wolkenstrudel bemerkte. „Wenig später war auch schon der Trichter zu sehen, da habe ich das Handy genommen und gefilmt. Es war beeindruckend zu sehen, wie schnell sich der Strudel bewegte. So etwas habe ich noch nicht erlebt“, zitierte die Zeitung den Feuerwehrmann aus Frauenstein (Mittelsachsen).

Bereits am Montag hatte Kachelmannwetter die Sichtung bestätigt. „Wahrscheinlich #Tornado in Sachsen eben! Das Video ist fast eindeutig aus 09618 Brand-Erbisdorf!“, twitterte das Wetter-Portal von Meteorologe Jörg Kachelmann. Inzwischen wird der Luftwirbel auch auf der Tornadoliste Deutschland als bestätigt aufgeführt. Dort werden alle Sichtungen von Experten geprüft.

Keine Schäden durch den Tornado bekannt

Über Schäden durch den Tornado ist dem DWD bislang nichts bekannt. Anders als vor neun Jahren: Beim bislang schwersten Tornado in Sachsen gab es am Pfingstmontag 2010 nahe Großenhain (Kreis Meißen) großflächige Zerstörungen. Ein sechsjähriges Mädchenkam ums Leben, 50 Menschen wurden verletzt. Die Spur des Unwetters zog sich über fast 100 Kilometer bis nach Brandenburg. Es entstand ein Schaden in Millionenhöhe.

Tief „Axel“ hatte am Montagabend und in der Nacht zu Dienstag in mehreren Bundesländern für heftige Regenfälle gesorgt. In Hessen und Nordrhein-Westfalen fielen in sechs Stunden teilweise bis zu 50 Liter Regen. Auch in Thüringen liefen Keller voll. In Helmstedt (Niedersachsen) musste ein Krankenhaus wegen eines Wasserschadens evakuiert werden.

Von Robert Nößler

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